Huskies-Online vom 02.03.2003 (HomePage: www.huskies-online.de)

In Iserlohn vorzeitige Sicherung der Play-Offs verpasst

Eiskalt und ohne Nerven gingen die Iserlohn Rossters mit dem Druck um, unbedingt gewinnen zu müssen. Umso heißer, glänzend disponiert und mit optimaler Einstellung präsentierten sie sich auf dem Eis und ließen den zwar kämpfenden, aber im Endeffekt nicht genauso konsequent zu Werke gehenden Nordhessen, keine Chance zu punkten.

Und schon wieder ein "Endspiel" für die Huskies, denn heute ging es bei den Roosters gegen den nächsten Konkurrenten um die Play-Off-Teilnahme. Bei einem Sieg, egal ob nach sechzig Minuten oder Penaltyschießen, hätten die Kasseler ihren Platz unter den besten Acht der Liga sicher, bei einer Niederlage müsste bei den beiden ausstehenden Spielen noch gebangt werden. Dementsprechend motiviert waren die Nordhessen an den Seilersee gefahren, um an die Leistung des letzten Spieles anzuknüpfen, und gegen die (kampf)starken Iserlohner die notwendigen Punkte zu sichern. Wie wichtig diese Partie aber für die Sauerländer war, machten sie von der ersten Sekunde an deutlich. Entschlossen stürmten sie ein ums andere Mal auf Kassels Goalie Parent zu. Doch der hielt seinen Kasten gegen King, Fical und Harney sauber, während seine Vorderleute ebenso kompakt standen und weitere Angriffe frühzeitig abfingen. So verlegten sich die Huskies auf Kontermöglichkeiten und erhielten diese in der 8. Minute, als Lipiansky allein auf Waite im Roosters-Tor zulief, jedoch genauso scheiterte wie kurz darauf Abstreiter, der knapp am Gehäuse vorbei schoss. Das Engagement der Iserlohner wurde schließlich bei der ersten Strafe gegen Kassel nach genau 7 Sekunden Power-Play mit dem 1:0 durch Bartolone belohnt (9.). Im Anschluss stemmten sich die Gäste mit viel Einsatz weiter erfolgreich gegen Iserlohns Sturmlauf, hatten aber selbst im Spiel nach vorn außer einem Break von Loth, das bei Waite endete (20.), nichts bemerkenswertes aufzuweisen. Und das zweite Drittel begann erneut nach dem Geschmack der Hausherren, allerdings noch ohne Erfolg, da zunächst Pfosten und Latte dem entgegen standen (21.). Als aber ab der 25. Spielminute drei Huskies gegen fünf Roosters verteidigen mussten, ließen sich Letztere diese Gelegenheit nicht entgehen und Alexandrov erhöhte auf 2:0 (26.). Danach stand Parent immer wieder im Blickpunkt und verhinderte gegen Fical, Lipsett sowie King den dritten Iserlohner Treffer. Für den sorgte in der 36. Minute dann Cipolla, der die sehenswerte Vorarbeit von Harney lediglich zum 3:0 abschließen musste. Dazwischen hatte einzig Daffner bei Überzahl für die Huskies eine Chance, die der überragende Waite jedoch vereitelte (33.), ehe kurz vor Drittelende der glücklose Fical freistehend abermals gegen Parent vergab (40.). Geschlagen gaben sich die Kasseler dennoch nicht, sondern versuchten wenigstens, die verbleibenden zwanzig Minuten zur Resultatsverbesserung zu nutzen. Doch weder Loth und Serikow, noch Daffner konnten Waite überwinden (42./46./47.). Mit der sicheren Führung im Rücken beschränkten sich die Roosters in der Folge auf das Nötigste, so dass das Ergebnis von 3:0 bis zum Ende bestand hatte und die Iserlohner verdient das Eis als Sieger verließen.


Iserlohn Rossters - Kassel Huskies 3:0 (1:0/2:0/0:0)

Tore:   1:0 (8:37) Bartolone (Eriksson, King - 5:4),
           2:0 (25:04) Alexandrov (Podkonicky - 5:3),
           3:0 (35:39) Cipolla (Harney, King)


Strafzeiten:
Iserlohn 6 - Kassel 12    Schiedsrichter: Sander (Peiting)    Zuschauer: 4.500 (ausverkauft)

Vorschau:    Freitag, 07.03.2003, 19:30 Uhr, Krefeld Pinguine - Kassel Huskies
                    Sonntag, 09.03.2003, 19:00 Uhr, Kassel Huskies - Augsburger Panther

 

Die 4.000 Zuschauer fassende Eishalle am Iserlohner Seilersee...

 

  

...fast so voll wie die Fans und fast nur Stehplätze.

 

Trotz kleiner Halle: Bombenstimmung während des ganzen Spiels...

 



Shakehands nach einer misslungenen Vorstellung der Huskies.

 

HomePage der Iserlohn Roosters, 02.03.2003 (HomePage: www.iec.de)

Roosters behalten Nerven und setzen Playoff-Kurs fort!

Iserlohn Roosters:    3
Kassel Huskies:        0

Wenn es nach allen Beteiligten aus Iserlohn und den Fans der Roosters ginge - die Hauptrunde der DEL-Saison könnte heute beendet sein. Denn zwei Spieltage vor Ende der Saison, beschenkte das Team von Greg Poss sich selbst mit 3 Punkten und schob sich damit an den Hamburg Freezers vorbei, die daheim gegen Nürnberg 1:4 unterlagen.

Zwar sind die Roosters punktgleich mit den Freezers, doch das Torverhältnis spricht für die Sauerländer. Nach dem Spieltag ist rechnerisch gar noch Platz 6 drin - man darf ja noch träumen. Angestachelt wurde die Roosters bereits zum Warmlaufen von 4.500 bestens gelaunten Fans. Diese erhielten vor dem Spiel noch Schützenhilfe von Greg Poss, der sich in einer kurzen Ansprache für die Unterstützung in der Saison bedankte. "Am Freitag haben wir unser erstes Saisonziel erreicht. Doch wir sind noch nicht fertig, die Halle muss brennen!" stachelte er lauthals die Fans an.

Und ebenso heiß wie ihr Coach, legten die Spieler los. Von Beginn an setzten sie die Gäste aus Hessen mit schnellem und agressivem Forechecking unter Druck und prägten damit dem Spiel ihren Stempel auf. Mitentscheidend waren an diesem Abend die Special Teams. Die Roosters stellen eine der stärkesten Überzahlformationen der Liga, Kassel dagegen die schlechteste. Auch die Tatsache, das fairste Team der Liga zu sein, half den Schlittenhunden nicht. Das erste Überzahlspiel nutzen die Sauerländer bereits nach 7 Sekunden. Nach gewonnenem Bully zog Chris Bartolone unhaltbar von der blauen Linie ab. Im zweiten Drittel war es Alexandrov, der in doppelter Überzahl den Puck zum 2:0 einstocherte - und damit einen etwas fassunglosen Ex-Roosters-Goalie Rich Parent hinterließ. Dieser musste nochmal hinter sich greifen, als weitere zehn Minuten später Justin Harney den Puck aus dem eigenen Drittel in die Angriffszone trieb, Parents Kasten umkurvte und auf den am anderen Pfosten postierten Cipolla passte, der den 3:0 Endstand markierte - die Halle stand Kopf!

Dass dieses Ergebnis zustande kam, war vor allem den beiden Torhütern zu verdanken, denn beide Teams hatten genug Alleingänge um das Spiel für das eigene Team zu entscheiden. Doch weder Thomas Daffner und Andreas Loth auf Seiten der Gäste, noch Doug Ast und Petr Fical auf Seiten der Roosters konnten auch nur einen einzigen ihrer Alleingänge verwerten. Damit sorgte Waite für seinen bereits sechsten Shutout der laufenden Serie und wie seine ersten vier, erzielte er auch die beiden letzten Shutouts im Doppelpack, nachdem er auch am Freitag in Mannheim ohne Gegentreffer blieb.

Gunnar Leidborg:
"Ich gratuliere den Roosters zu ihrem Sieg. 3:0 hört sich nach einem klaren Ergebnis an. Leider konnten wir unsere Torchancen heute nicht nutzen, ein Problem, an dem wir schon die ganze Saison arbeiten. Und weil wir keine Tore geschossen haben, haben wir auch keine Punkte bekommen. Zum Glück haben wir aber noch 3 Punkte Vorsprung auf die Roosters und müssen nun in den letzten beiden Spielen noch punkten."

Greg Poss:
"Wir haben heute sehr gut gekämpft. Die Zuschauer waren von Anfang an unser 7. Spieler auf dem Eis. Wir haben nun ein weiteres Finalwochenende vor uns. Unsere Platzieurng können wir nun kurz genießen, müssen diese Woche aber hart und konzentriert trainieren, um am Freitag in Düsseldorf zu bestehen."

Tore: Strafen:
08:37 1:0  Bartolone
               (Eriksson, Lipsett) PP
25:04 2:0  Alexandrov
               (Podkonicky, Washburn) PP
35:39 3:0  Cipolla (Harney, King)
Kassel: 12
Iserlohn: 6

Zuschauer:

Schiedsrichter:

4500 Sandner (Schindler, Dobber)



Aufstellung Kassel Huskies:

 
Aufstellung Iserlohn Roosters:
Parent
Münster

Valenti, Abstreiter, Daffner
Nedved, Mikesch, Peterson
Serikow, Wahlberg, Loth
Retzer, Derraugh, Lipiansky




Waite
Paton

Bartolone, Eriksson
Kopitz, Franz
Harney, Dessner
Bernhardt

Fical. Ast, Beardsmore
Alexandrov, Podkonicky, Washburn
Cipolla, King, Lipsett
Hommel, Verwey, Brüggemann

 

 

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom Dienstag, 04.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Frank Ziemke
 

Ein überraschend lebloser Auftritt

Den Huskies fehlte bei der Niederlage in Iserlohn der Wille, ein Spiel zu drehen




Schön gefangen: Rich Parent rettet in dieser Szene. Der Torhüter musste in Iserlohn
allerdings  dreimal den Puck aus dem Netz holen. FOTO: CORNS


KREFELD. Es gab auch gute Nachrichten an diesem enttäuschenden Eishockey Abend: Krefeld hat verloren, Hamburg auch. „Wir liegen so noch drei Zähler vor. Und die anderen müssen uns erst einholen“, stellte Gunnar Leidborg deshalb nach der 0:3-Niederlage seiner Kassel Huskies in Iserlohn fest. Ansonsten allerdings löste der Auftritt der Schlittenhunde im Sauerland eher Befürchtungen aus, als für Beruhigung zu sorgen. In der entscheidenden Saisonphase präsentieren sich die Huskies als Mann­schaft mit zwei Gesichtern Flor eigenem Publikum läuft es gut, auswärts dagegen gar nicht. Was die rund 400 mit­gereisten Anhänger besonders ärgerte: Wie schon bei der 1:6-­Pleite in Hamburg wirkte der Auftritt überraschend leblos. Ganz anders eben als bei den energisch erkämpften Heim­siegen gegen Mannheim und die Freezers.

Hier geht's zur HomePage der Kassel-Huskies...Rückstände scheinen die Mannschaft zu lähmen. Nach den beiden Toren durch Bar­tolone und Alexandrow pas­sierte fast nichts mehr. Die Ak­tionen wirkten irgendwie zu zahm. Es fehlten Wille und Glaube, ein Spiel noch drehen zu können. Da war vor allem niemand zu sehen, der ein Zei­chen setzte, aufrüttelte. „Es ist schon seltsam, das der junge Christian Retzer derjenige ist, der die meisten Checks nimmt“, wunderte sich auch Gunnar Leidborg, „es fehlt uns einfach jemand, der die anderen aufweckt, der mal mutig seine Torchance nutzt.“ Die hatten die Huskies auch im Sauerland. Lipiansky, Loth, Serikow oder Daffner zeigten dabei aber altbekann­te Schwächen. „Fünf Alleingänge. Wir hatten doch unsere Möglichkeiten“, ärgerte sich der Trainer später, monierte zudem, dass die Herausstel­lung wegen eines Spielers zu viel auf dem Eis vor dem 0:2 eine Fehlentscheidung war: „Mikesch wird festgehalten, als er auf die Bank will.“

Beides kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es viel zu wenig war, was die Mannschaft in diesem Spiel zeigte. Dem Iserlohner Druck und Willen war sie nicht ge­wachsen. „Emotionen entwi­ckelt man in erster Linie vor eigenem Publikum“, sagt Leidborg. In der Endphase der Meisterschaft kann das aller­dings zu wenig sein. Im Kampf um, und später in den Playoffs, muss man auch auswärts be­stehen - selbst vor einem so begeisterungsfähigen Publi­kum wie in Iserlohn. Wenn Leidborg sagt, „entweder hat man den Hunger zu gewinnen, oder man hat ihn nicht“, dann ist das vielleicht etwas zu ein­fach - zumal das Fazit diesmal klar lautete: Die Huskies hat­ten den Hunger nicht!

Ihn bis zum Spiel in Kre­feld zu wecken, wird Haupt­aufgabe des Trainers sein. Zu­dem muss der Schwede sich Gedanken über das eklatant schwache Überzahlspiel machen, dem die Ideen eines Cherbayev und die Schlagschüsse, eines Wright fehlen. Mit dem Duo Lindmark, Jans­son an der Linie ist wenig Staat zu machen. „Ich würde einen Stürmer zurückziehen. Aber Leute wie Nedved haben derzeit Angst, dort Fehler zu machen“, sagt Leidborg. Alles eben eine Frage des Selbstver­trauens. Doch es hilft alles nichts: Bis Freitag müssen die Huskies sich auf ihre Stärken besinnen. Damit es wieder heißt: Krefeld hat verloren.

Restprogramm

Zwei Spiele stehen noch an im Kampf um die verbleiben­den drei Playoff-Plätze. Das vom Papier her leichteste Programm haben die Ham­burg Freezers (72 Punkte/ -5 Tore), die am Freitag gegen Schwenningen und Sonntag in Frankfurt spielen. Die Huskies (75/-8) müssen in Krefeld (75/+19) antreten, empfangen zum Abschluss Augsburg. Ein echtes End­spiel könnte Sonntag die Par­tie Iserlohn (72/+4) gegen Krefeld werden. Die Roosters müssen zuvor allerdings noch in Düsseldorf bestehen.

Hintergrund: Tore zählen

Bei Punktegleichheit am Ende der Vorrunde entschei­det das beste Torverhältnis über die Reihenfolge der Platzierungen. Sollte auch hier Gleichheit herrschen, zählen zunächst die mehr geschossenen Tore und dann der direkte Vergleich zwi­schen den betroffenen Mannschaften.

 

 

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom Montag, 03.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Frank Ziemke

Playoffs noch nicht geschafft

Iserlohn - Kassel 3:0. Huskies enttäuschen im Sauerland

 

 

ISERLOHN. Die Kassel Hus­kies haben den ersten Match­ball im Kampf um die Playoffs in der Deutschen Eishockey-­Liga vertan. Statt des erhoff­ten Sieges im Sauerland, der vorzeitig einen Rang unter den ersten Acht der Tabelle einge­bracht hatte, gab es bei den Iserlohn Roosters eine deutli­che 0:3 (0:1, 0:2, 0:0)-Nieder­lage. Es war nach einer über­aus enttäuschenden Leistung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt die erste Kasseler Pleite überhaupt am Seilersee. Und sie war verdient, weil die Mannschaft von Gunnar Leid­borg, wie so oft in den letzten Wochen, nicht annähernd an die Heimspiel-Leistungen an­knüpfen konnte. So wird es vor den letzten beiden Vorrunden-­Spieltagen noch einmal rich­tig eng. Die auf Rang acht vor­gerückten Iserlohner liegen wie Hamburg nur drei Punkte zurück und haben auch noch das bessere Torverhältnis. Greg Poss hatte vor Spielbe­ginn die Stimmung noch ein­mal richtig aufgeheizt. „Den Klassenerhalt haben wir ge­schafft. Jetzt wollen wir viel, viel mehr“, hatte der Roosters ­Trainer über Hallen-Mikro angekündigt.

Seine Mannschaft setzte das von Beginn an in die Tat um. Die Huskies, in der glei­chen Besetzung wie am Don­nerstag angetreten, sahen sich sofort in die Defensive ge­drängt. Rich Parent hatte ganz schnell Gelegenheit, sich an alter Wirkungsstätte auszu­zeichnen. King, Fical und Dassner prüften den Torhüter schon in den ersten fünf Mi­nuten. Und auch die Führung der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Als Peterson in der neunten Minute auf der Strafbank Platz nehmen musste, dauerte es ganze sie­ben Sekunden, bis Chris Bar­tolone den Puck versenkt hatte. Jetzt wussten die Huskies, warum Iserlohn die gefähr­lichste Überzahl-Mannschaft der Liga ist. Lerneffekt hatte das aller­dings nicht. Auch der zweite Treffer resultierte aus einer Überzahl für Iserlohn. Diesmal saßen sogar zwei Huskies auf der Bank, weil es nach Der­raughs Foul auch noch eine Bankstrafe gab - ein Spieler zu viel auf dem Eis. Dumm, wenn das so läuft. Vor allem, weil die Roosters solche Schwächen gnadenlos aus­nutzten. Alexandrow stocher­te die Scheibe aus dem Ge­wühl heraus über die Linie.

Das war das 2:0 nach 25 Mi­nuten. Zwischen beiden Toren lagen zahlreiche weitere Mög­lichkeiten für die Gastgeber. Ein zweifacher Pfostentreffer durch Dassner und Ast etwa nach wenigen Sekunden im zweiten Drittel. Und die Hus­kies? Sie zeigten altbekannte Schwächen. Das eigene Über­zahlspiel war überwiegend unansehnlich. Noch ärgerli­cher aber, dass auch gute Kon­termöglichkeiten ungenutzt blieben. Im ersten Drittel lie­fen sowohl Jan Lipiansky (8.) als auch Andi Loth (20.) allein auf Jimmy Waite zu, brachten die Scheibe aber nicht ins Netz. Thomas Daffner schei­terte später ebenfalls am glän­zend reagierenden Iserlohner Torhüter (36.). Insgesamt aber war das alles viel zu wenig, was die Gäste taten. Die Ent­scheidung fiel so noch im zweiten Durchgang. Nach ei­nem Bauerntrick Harneys nutzte Cipolla den Abpraller zum dritten Treffer (36.).

Da half auch die Steigerung im letzten Durchgang nichts mehr - zumal Alexander Se­rikow und erneut Daffner in den ersten Minuten die Mög­lichkeiten, es noch einmal spannend zu machen, erneut nicht verwerteten. „Über Kas­sel fahren wir nach Berlin“, sangen die Iserlohner Anhän­ger zu diesem Zeitpunkt. Die Huskies müssen nun erst ein­mal nach Krefeld. Am Freitag steht bei den Pinguinen, das nächste Endspiel an. Und eins ist klar: Es muss eine klare Steigerung her, soll es noch klappen mit den Playoffs.

SR: Sander (Peiting), Z: 4500 (ausverkauft), Tore: 1:0 (8:37) Bartolone (Eriksson ‑ 5:4), 2:0 (25:04) Alexandrow (Podkoni­cky ‑ 5:3), 3:0 (35:39) Cipolla (King, Harney). Strafminuten Iserlohn 6, Kassel 12.

 

Freezers besiegt

Hamburg muss um Playoffs bangen

HAMBURG. Die Hamburg Freezers müssen weiter um die Teilnahme an den Playoffs in der Deutschen Eishockey‑Li­ga (DEL) zittern. Die Hanseaten unterla­gen ihrem Angstgeg­ner Nürnberg Ice Ti­gers 1:4 (0:1, 0:3, 1:0) und blieben damit auch im vierten Du­ell gegen die Franken ohne Punktgewinn. Zum elften Mal gin­gen die „Eisschränke“ vor eigenem Publikum als Verlierer vom Platz. Vor 12.759 Zuschauern in der Color Line Arena, die da­mit zum insgesamt zwölften Mal und zuletzt neunten Mal in Folge ausverkauft war, avancierte der Nürnberger Torwart Frederic Chabot zum Matchwinner. Allein im ersten Drittel machte der Kanadier sechs hochkarätige Chancen der Gastgeber zunichte. Mitte des zweiten Drittels schien die Mann­schaft von Sean Simpson endgültig resigniert zu haben. Die Tore für die Ice Tigers erzielten Dave Tomlinson (11:04) im ersten sowie Thomas Greilinger (25:52 ), Terry Yake (27:00) und Martin Jiranek (29:17) im zweiten Drittel. Das einzige Tor für die Hamburger markierte Bob Lachance (59:12) kurz vor dem Spielende. Die Franken, die bereits für die Playoffs quali­fiziert sind, wahrten mit dem Sieg ihre Chancen auf den vierten Tabellenplatz. (SID)

 

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom Sonntag, 02.03.2003 (HomePage: www.hna.de)

Mit Parent die nötigen Punkte?

Beim Spiel in Iserlohn, können die Huskies den Playoff-Einzug perfekt machen



Nur eher ging rein: Gegen Hamburg geigte Rich Parent eine tadellose Leistung, auch wenn er hier das einzige Gegentor kassiert.
In Iserlohn ist der Torhüter gegen seine ehemaligen Kollegen besonders motiviert.  FOTO: FISCHER


KASSEL. Ein Sieg, dann wäre alles klar: Die Kassel Huskies können heute im Auswärts­spiel bei den Iserlohn Roosters den bisher wichtigsten Schritt der Saison in der Deutschen Eishockey Liga machen, und einen Tag nach der endgülti­gen Einigung mit Alexander Serikow über einen neuen Ver­trag bis zum Ende der kom­menden Saison, den erhofften Einzug in die Playoffs perfekt machen.

Einer ist dabei besonders heiß: Torhüter Rich Parent will s bei seiner Rückkehr nach Iser­lohn - im ersten Spiel fehlte er verletzt - den alten Fans zei­gen, was er kann und mit einer ähnlich starken Leistung wie am Donnerstag die nötigen Punkte sichern. „Wir werden nicht abwar­tend spielen“, kündigt Trainer Leidborg an, „beim 1:6 in Hamburg hat man deutlich ge­sehen, dass man sich das in dieser Liga nicht leisten kann.“ Doch natürlich wird es nicht leicht, bereits heute den ersten Matchball zu verwan­deln. „Ein unangenehmer Gegner“, sagt Sven Valenti über die Überraschungs­mannschaft der Saison.

Und eine Mannschaft, die den Huskies nicht unbedingt liegt. Zweimal verloren sie auf eigenem Eis gegen die Roos­ters, bissen sich dabei vor al­lem an der Defensive die Zäh­ne aus. Trotzdem geben sich die Sauerländer bescheiden: Kissenerhalt geschafft, Saisonziel erfüllt, hieß es offiziell - noch in dieser Woche von Vereinsseite. Dabei ist natürlich klar, dass die Roosters bis zum letzten Augenblick um die kleine Playoff-Chance kämp­fen werden. Das zeigte sich auch am Freitag, als in Mann­heim ein 1:0-Erfolg nach Pen­altyschießen heraussprang.

Wirbel gab es in den letzten Tagen um Trainer Greg Poss. In Nürnberg wird er bereits als neuer Mann für die kommende Saison angekündigt. (FRZ)

 

Vor dem ersten Bully

Heute, 18.30 Uhr Eishalle Seilersee

Personal: Eine kleine Grippe­welle erwischte die Iserlohner unter der Woche. Auch Trainer Greg Poss musste das Bett hüten. Am schlimmsten erwischte es Verwey, dessen Einsatz fraglich ist.

Aufstellung: Sollte Verwey nicht spielen, müssen die üb­rigen drei Mittelstürmer King, Podkonicky und Ast Doppel­schichten fahren. Das Tor hü­tet Jimmy Waite.

Formbarometer: Podkonicky ist mit 17 Treffern bester Iser­lohner Torschütze. Beeindruckend das Überzahlspiel, bei dem 56 Tore gelangen (zum Vergleich: Huskies 28).

Personal: Nach dem Hamburgspiel keine neuen Verletzten. Die Huskies spielen also mit dem bewährten Stamm.

Aufstellung: Am Donnerstag passte alles. Kein Grund also für Trainer Leidborg, seine Reihen umzustellen.

Formbarometer: Gleich Mehrere Spieler zeigten gegen die Freezers aufsteigende Tendenz: Lipiansky kommt nach seinem ersten Treffer doch noch langsam in Schwung, Wahlberg spielte überragend, Loth und Valenti sind beständig stark. In der Abwehr zeigten auch Stephan Retzer und Jansson neue Sicherheit.

Bisherige Duelle: Zu Hause gab es zwei Niederlagen der Huskies: 0:1 und 2:3 nach Penaltyschießen. In Iserlohn siegte Kassel dafür mit 2:1.

 

 

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom Sonntag, 02.03.2003 (HomePage: www.hna.de)

Mit den Huskies aufs Eis

Kurzweilig ging's am Freitagabend in der Kasseler Eissporthalle zu, als einige hundert Dauerkarteninhaber die Chance nutzten, auf Einladung der Huskies bei Disco‑Musik einige Stunden mit den Cracks zu verbringen. Eine Tombola gab's, Autogramme wurden vergeben und außerdem hatten die Fans die Möglichkeit, sich gemeinsam mit ihren Lieblingen fotografieren zu lassen. Auf unserem Foto präsentieren sich Andrej Teljukin und die beiden Rollstuhlfahrer Michel Classen (Bergshausen, links) und Markus Poth (Baunatal). FOTO: ROSENTHAL

 

 

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom Samstag, 01.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Frank Ziemke

Playoffs vor Augen, Serikow vor Verlängerung

Nach dem 4:1 gegen Hamburg können die Huskies in Iserlohn alles klar machen - Torjäger bleibt




Wahlbergs Chance: Der Huskies-Stürmer wird nach einem tollen Solo erst von Torhüter Rousson gestoppt. FOTO: FISCHER


KASSEL. Stimmung wie diese herrschte selten in dieser Sai­son. Die Zuschauer feierten noch Minuten nach der Schlusssirene. Die Mann­schaft genoss ihre Ehrenrun­de, Torhüter Rich Parent hatte sichtlich Spaß bei seiner Solo Show und inszenierte gleich dreimal La Ola mit den Fans. Kassels Eishalle bebte - auch wenn nicht einmal 4.000 Zuschauer gekommen waren zum so wichtigen Spiel der Huskies gegen Hamburg. Nach dem grandiosen 4:1-Er­folg paarte sich Freude über den Riesenschritt Richtung Playoffs mit Verwunderung über die famose Leistungsstei­gerung innerhalb von 48 Stun­den. „Das war ganz wichtig heute, dass wir so zurückge­kommen sind“, freute sich Ma­nager Joe Gibbs.

Auch Gunnar Leidborg war erleichtert. „Diese Mann­schaft hat Charakter. Sie woll­te von Anfang bis Ende um je­den Preis den Sieg“, meinte der Trainer. Wie aber kann es in nur zwei Tagen zwei so un­terschiedliche Spiele geben? „Heute haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschos­sen und waren vor dem eigenen Tor viel stärker sagt Leidborg, der vor allem die Leistung von Lars Jansson hervorhob: „Er war für mich bester Mann auf dem Eis.“ Auch Stephan Ret­zer bekam ein Sonderlob für eine deutlich Steigerung - wo­bei sich Leidborg immer noch über die übermäßige Bean­spruchung des Verteidigers in der Länderspielserie ärgert: „Eine Frechheit, dass er da fünfmal spielen musste, aus­gerechnet bevor es in den Liga-Endspurt geht.“

Die Verteidigung stand, doch auch im Vorwärtsgang zeigten sich die Huskies in ei­nem erstaunlich offensiv ge­führten Duell kaltschnäuziger als so häufig in dieser Saison. Neben dem überragenden Mi­kael Wahlberg, dem endlich wieder treffenden Zdenek Nedved und dem beständigen Pat Mikesch zeigte auch der vierte Torschütze Sven Valenti seine derzeit gute Form. „Ich hatte ein ganz schönes Tief in dieser Saison. Aber jetzt läuft es wieder. Und ab und zu ma­che ich ja auch mal ein Tor“, sagt der Stürmer, der nach einem Fingerbruch beim ersten Spiel in Frankfurt Mühe hatte, wieder in Tritt zu kommen. „Ich habe in der Zeit kaum noch aufs Tor geschossen“, ge­steht Valenti eigene Schwä­chen ein.

Die sind jetzt überwunden. Deshalb hofft der 27-jährige auf eine Verlängerung seines Ver­trages. Bisher gab es noch kei­ne konkreten Gespräche. Axel Kammerer, Donnerstag Gast in der Eishalle, betont jedoch: „Ich möchte ihn auf jeden Fall behalten.“ Hoffen kann der kommende Trainer auch darauf, die nächste Saison mit dem derzeitigen Top-Torjäger bestrei­ten zu können. Noch fehlt die offizielle Bestätigung, doch Alexander Serikow wird wohl ein weiteres Jahr für die Hus­kies stürmen. Serikow, der be­reits 20 Treffer erzielte, wurde von mehreren Klubs umwor­ben, darunter auch die Mann­heimer Adler. Joe Gibbs er­klärte zum Stand der Verhand­lungen zumindest schon: „Es sieht sehr, sehr positiv aus.“

So positiv, wie der Kampf um die Playoff-Plätze, den die Huskies am Sonntag in Iser­lohn (18:30 Uhr) endgültig ge­winnen können. „Wir müssen defensiv geduldig spielen. Am Dienstag in Hamburg haben wir das nicht getan“, sagt Sven Valenti, und blickt schon mal vorsichtig nach vorn: „Beim 4:1 hat alles gepasst. Das ist das Niveau, das wir halten müssen.“ „Von der ersten bis zur letz­ten Minute sehr gut“, urteilt auch Zuschauer Kammerer. Kein Wunder also, dass er in seiner derzeitigen Funktion als Co-Trainer der Kölner Haie, durchaus Respekt hat: „Alles spricht schon von ei­nem Playoff-Duell Köln gegen Kassel. Das wäre natürlich reizvoll. Aber nicht unbedingt das, was wir uns wünschen.“