Zum Jahresabschluss besiegen
Huskies die Ice Tigers

Dieses Mal hatte der verpasste Sieg im Freitagsspiel bei den Frankfurtern keine Negativserie der Kassel Huskies zur Folge. In der fairen und guten Begegnung gegen die Nürnberg Ice Tigers hatten die Huskies aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der die erste Sturmreihe gar noch ein wenig hervortrat, den Gegner aus der Noris über nahezu die gesamte Spielzeit im Griff und beschlossen das ablaufende Jahr verdient mit dem Gewinn von drei Punkten.

In den ersten Minuten des Spieles hatte es aber fast den Anschein, als wäre die Niederlage im Hessenderby von den Huskies nicht verdaut worden, denn die Nürnberger waren das eindeutig aktivere Team. Sie ließen die Kasseler kaum ins gegnerische Drittel, geschweige denn zum Schuss kommen. Bevor dann Cherbayev erstmals Chabot im Gäste-Tor prüfte (6.), hatte Kassels Keeper Münster schon mehrmals eingreifen müssen. Allerdings resultierten Nürnbergs Chancen eher aus dem Getümmel vor Münsters Kasten heraus, als aus herausgespielten Situationen. Cherbayevs Schuss war aber offensichtlich der Weckruf für seine Mannschaftskameraden, die sich nun vom Druck der Tigers befreiten. Im Minutentakt kamen die Nordhessen durch Loth, C. Retzer und Jansson zu Einschussmöglichkeiten, die jedoch allesamt bei Chabot endeten. Den für dieses Drittel folgenden einzig nennenswerten Angriff der Franken über Lehoux konnte Münster ohne Mühe entschärfen (11.) und im Anschluss versuchten sich die Huskies Serikow und Wright ohne Erfolg mit Weitschüssen (12./14.). Die größte Chance vergab dirket danach allerdings Peterson, der in aussichtsreicher Position an Chabot scheiterte. Während dann Yake und Lehoux auf die Strafbank mussten, nutzte Wright nach nur 10 Sekunden mit einem knallharten Schlagschuss die doppelte Überzahl zum 1:0 (16.). Doch auch die Nürnberger verwerteten ihr Powerplay zu Beginn des zweiten Abschnittes. Nachdem Droppa und Anderson mit ihren Schüssen Münster nicht überwinden konnten, schaffte dies aber Greilinger 5 Sekunden vor Ablauf von Cherbayevs Strafzeit (25.). Den Ausgleich steckten die Huskies recht schnell weg und drängten ihrerseits auf die erneute Führung. Dies dauerte schließlich nicht all zu lange, weil Serikow in der 29. Minute einen Cherbayev-Pass ins Tor lenkte. Letzterer traf nur eine Zeigerumdrehung später den Pfosten, was sein Sturmpartner Wahlberg auch noch wiederholte (34.). Dazwischen hatten Mikesch und Derraugh gar in Unterzahl vielversprechende Gelegenheiten zu erhöhen, die ihnen Chabot jedoch zu nichte machte. Münster musste in dieser Phase lediglich bei Fernschüssen u. a. von Droppa und kurz vor der Pausensirene gegen Schinko sowie Guillet sein Können zeigen. Den besseren Start nach Wiederanpfiff erwischten wie zuvor die Ice Tigers, konnten aber die sich bietenden Möglichkeiten nicht in Treffer umwandeln. Das klappte bei den Huskies umso besser. Zwar rettete Chabot mit Glanzparade noch gegen Peterson, doch nach schöner Kombination der ersten Sturmformation über Wahlberg und Cherbayev war Nürnbergs Torhüter gegen Serikows Schuss im Fallen zum 3:1 machtlos (47.). Pech hatte drei Minuten danach erneut Cherbayev, der wieder nur den Pfosten traf. Die weiteren Bemühungen der Gäste zur Verbesserung des Spielstandes trugen dank guter Einstellung und Kampfkraft der Nordhessen, sowie trotz Herausnahme Chabots keine zählbaren Früchte.


Kassel Huskies - Nürnberg Ice Tigers 3:1 (1:0/1:1/1:0)

Tore:   1:0 (15:39) Wright (Robitaille, Peterson - 5:3),
            1:1 (24:35) Greilinger (Jiranek, Rumrich - 5:4),
            2:1 (28:44) Serikow (Cherbayev, Wahlberg),
            3:1 (46:22) Serikow (Wahlberg, Cherbayev)


Strafzeiten: Kassel 12 - Nürnberg 12 + 10 Greilinger        Schiedsrichter: Dimmers (Krefeld)        Zuschauer: 4.369

 



Noch vor Ende der ersten Spielminute musste Zdenek Nedved (Huskies) für 2 Minuten auf die Bank.





Im zweiten Drittel war - abgesehen von den beiden Toren auf beiden Seiten - nicht unbedingt die Hölle los...





Bei einem Spielstand von 3:1 hatte Jan Münster stellenweise nicht sonderlich viel zu tun.





Vier Sekunden vor Ende des Spiels gab es dann noch eine "Meinungsverschiedenheit" zwischen Wahlberg (Huskies) und Yake (Ice-Tigers), die in eine handfeste Keilerei ausartete und den beiden dann noch jeweils eine 2 + 2 Strafzeit für unnötige Härte einbrachte.

 

 


Spielbericht der Nürnberg Ice-Tigers (HomePage: www.icetigers.de)

Den Ruf untermauert

Fahrten nach Nordhessen zählen nicht unbedingt zu den bevorzugten Dienstreisen der Ice Tigers. Immerhin ereilte die Ice Tigers die schlechte Nachricht dieses Mal schon vor dem ersten Bully beim Angstgegner Kassel Huskies: Franz Fritzmeier, im Spiel gegen Mannheim noch zweifacher Torschütze, hatte sich am Freitagabend beim 4:2 über Hannover bei einem Check an der Bande die linke Hand gebrochen. Zunächst Gips, in dieser Woche eine Operation und danach sechs Wochen Trainingsverbot.So gesehen passte die 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)-Niederlage der Ice Tigers danach richtig gut ins Bild. Sehr ärgerlich, weil die Nürnberger damit die Chance verpassten, den unmittelbaren Tabellennachbarn auf Distanz zu halten. Auf drei Punkte haben sich die Huskies nun wieder an Nürnberg herangeschlichen. „Einen Arbeitssieg“, seiner Mannschaft hatte Kassels Trainer Gunnar Leidborg gesehen. Und warum die Partie zugunsten der Huskies ausgegangen war, wusste der Schwede auch: „Wir hatten den Vorteil der vier Reihen.“

Die Tiger hatten in Kassel zwar couragiert begonnen, aber nachdem Thomas Greilinger und Marc Savard bei eigener Überzahl an Kassels Torhüter Münster gescheitert waren, nützte Wright für die Gastgeber nach 15:39 Minuten die Gunst der Stunde: Terry Yake und Guy Lehoux drückten auf Nürnberger Seite die Strafbank, als der Huskie-Verteidiger mit einem Schuss von der Blauen Linie zum 1:0 traf. Anscheinend hatten die Nürnberger gut aufgepasst, denn Greilinger gelang der Ausgleich als Ex-Tiger Cherbayew in der Kühlbox saß. Wer geglaubt hatte, die Gäste würden in diesem zweiten Drittel nun Oberwasser gewinnen, sah sich aber getäuscht. Denn zunächst brachte Serikow die Huskies wieder in Front, dann musste Freddy Chabot in der 30. Minute in höchster Not gegen Cherbayew klären. Wenig später stand dem Nürnberger Keeper das Glück zur Seite – Wahlberg traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten. Die Gäste taten ihrerseits zu wenig für das Spiel, bei den wenigen Chancen scheiterten Greilinger und Rob Guillet an Münster.

Die Tiger steckten zwar auch im letzten Drittel nicht auf, allerdings bedeutete Serikows zweites Tor nach einem Konter und einem schönen Querpass von Cherbayev den Knockout. „Die Jungs haben alles aus sich herausgeholt, aber mit nur drei Reihen hat uns am Ende die Kraft gefehlt“, bilanzierte Nürnbergs Trainer Mike Schmidt. „Natürlich hätten wir 2002 gerne mit einem Sieg beendet, aber vielleicht beginnen wir dafür das Neue Jahr mit einem Erfolg am Donnerstag in Köln.“




HNA vom 30.12.2002 (HomePage: www.hna.de)

Jeden Tag seine Arbeit machen“

 
VON FRANK ZIEMKE

Kassel (hna) - Ein Jahr geht zu Ende. Man blickt zurück, zieht Bilanz und feiert mit Freunden. So war es auch am Sonntagabend in der Kasseler Eishalle nach dem 3:1-Sieg der Huskies gegen die Nürnberg Ice Tigers. Denn die Bilanz der Schlittenhunde für 2002 fällt nicht nur wegen des abschließenden Erfolges zufriedenstellend aus. Sie haben wieder im DEL-Halbfinale gestanden in der vergangenen Saison. Sie haben einen personellen Umbau an der Bande wie auf dem Eis verkraftet und sie sind auch in dieser Saison auf einem guten Weg in die Playoffs. Die Stimmung war also bestens, als die Spieler sich mit Ehrenrunde, Raupe und dem Plakat „Unseren Superfans ein gutes Neues“ beim Publikum bedankten.'

Und Gunnar Leidborg zog ebenfalls ein positives Fazit: „Wir können uns nicht darüber beklagen, wo wir stehen“, meinte der Trainer, denn: „Es wird leider oft vergessen, auf welchem Level in der DEL mittlerweile gespielt wird. Das ist eine verdammt gute Liga geworden. Es gibt keine Ruhepausen, es gibt keine leichten Spiele mehr. Man muss jeden Tag seine Arbeit machen.“  Die Huskies haben gegen Nürnberg ihre Arbeit gemacht. Konzentriert, energisch und mit einer hohen Laufbereitschaft. In der Defensive standen die Gastgeber meist sicher, vorne waren sie bei drei Toren, vier Pfostentreffern und zahlreichen weiteren Chancen stets gefährlich. Eine gelungen Umsetzung der Trainer-Forderung, die richtige Balance zu finden zwischen Verteidigung und Offensive.


„Jan Münster - unsere Nummer eins"

Aus einer homogenen Mannschaft ragte die Angriffsreihe mit Mikael Wahlberg, Alexander Cherbayev und dem zweifachen Torschützen Alexander Serikow noch heraus. Das Trio zeigte mehrfach begeisternde Kombinationen und sorgte für den entscheidenden Unterschied. „Der Trainer lässt und das spielen, was wir können“, sagt Serikow, liefert aber auch die Begründung, warum es nicht immer so rund gelaufen ist bei den Dreien: „Wir dürfen die Defensivarbeit nicht vergessen. Wir müssen uns immer wieder gegenseitig aufbauen. Aber vor allem müssen wir zusammen spielen, statt in Einzelaktionen.“ Wenn das gelingt, gehört die Reihe zu den den stärksten in der Liga. Und Serikow etabliert sich bei nunmehr 13 Saisontreffern als Torjäger. „Zuletzt in München hätte ich das wohl in fünf Jahren nicht geschafft.“

Und noch einer durfte sich als Gewinner fühlen. Jan Münster sah beim Gegentor zwar nicht gut aus,



Schwerstarbeit vor dem Tor: Stephane Robitaille (Mitte) kümmert sich um Nürnbergs Angreifer Robert Guillet. Links Torhüter Jan Münster.

zeigte ansonsten aber, dass auf ihn weiter Verlass ist. Das Fanplakat „Jan Münster - unsere Nummer eins“ dürfte zusätzlicher Ansporn sein. „Es ist einfach wichtig, das wir zwei starke Torhüter haben“, sagt Serikow, und stellt sich auch demonstrativ vor den in Frankfurt ausgewechselten Rich Parent: „Da haben wir ihn im Stich gelassen.“

Ohnehin werden die Huskies in den kommenden Wochen zwei selbstbewusste Schlussmänner gut gebrauchen können. Zeit zum Verschnaufen lässt der Jahresbeginn nämlich nicht. In 16 Tagen stehen acht Spiele auf dem Programm. „Da muss sich zeigen, ob wir Männer sind“, sagt Leidborg. Zumindest ist es reichlich Gelegenheit, die Arbeit zu machen.