Huskies-Online vom 31.01.2003 (HomePage: www.huskies-online.de)

Dank Mikesch wenigstens zwei Punkte gegen Frankfurt

In einer schwachen Begegnung zwischen den Kassel Huskies und den Frankfurt Lions verspielten die Kasseler drei Mal ihre Führung und konnten sich in der regulären Spielzeit nicht gegen die zweikampfstärkeren Gäste durchsetzen. Im entscheidenden Penaltyschießen, dem insgesamt 12. für die Schlittenhunde, sorgte Mikesch als 12. Schütze mit seinem 2. Shoot-out-Treffer für den Sieg. Zuvor hatte für die Nordhessen noch Valenti getroffen und für die südhessischen Nachbarn waren Francz und Girard erfolgreich.

Die letzte Partie vor der Länderspielpause brachte den Huskies das Hessenderby gegen die Lions aus Frankfurt, die aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle lediglich mit drei Reihen und ohne Stammtorhüter Roussel in der Fuldastadt antraten. Wie zuletzt schon meist praktiziert, begannen die Kasseler auch heute kontrolliert zurückhaltend, so dass die Gäste durch einen abgefälschten Stanton-Schuss und Busch die ersten Möglichkeiten besaßen (2./5.). Danach legten die Huskies ihre Zurückhaltung jedoch ab und Daffner, Jansson sowie Serikow schossen Pethke im Lions-Tor warm (5./6.). Als dann die Frankfurter Busch und Snell gemeinsam die Strafbank drückten, hatte zunächst Derraugh die Führung auf dem Schläger, doch Pethke reagierte glänzend. Im Anschluss war er allerdings bei Robitailles 1:0 machtlos (6.). Die Hausherren hatten nun mehr vom Spiel, konnten dies aber nicht erfolgsbringend umsetzen, weil Pethke dagegenhielt und Loth bei einem Break in Unterzahl den Pass von Mikesch verpasste (10.). Auf der Gegenseite musste Kassels Goalie Parent gegen Lebeau und Malgunas bei Frankfurts Powerplay retten und blieb auch eine Minute später gegen Girard Sieger (11.). Eiskalt nutzten die Lions dann einen Fehler in der Huskies-Defensive, in dem Busch den ermöglichten Konter nach guter Vorarbeit von Girard zum 1:1 verwertete (16.). Dieser unerwartete Gegentreffer ließ die leichte Überlegenheit der Gastgeber abflauen, so dass das Spielniveau nachließ und die Südhessen ebenbürtig wurden. Das setzte sich auch im zweiten Drittel fort und während sich bis zur 28. Minute wenigstens noch Einschussmöglichkeiten durch Teljukin, der nur die Latte traf und Robitaille für Kassel sowie Adams und Stanton für Frankfurt ergaben, gewannen anschließend die Verteidigungsreihen an Bedeutung und verhinderten weitere Chancen. Selbst in Überzahl konnten die Huskies kein Kapital aus diesem Vorteil schlagen, was ihnen jedoch kurz darauf gelang, als Derraugh das 2:1 erzielte (35.). Die Freude über die erneute Führung währte aber noch nicht einmal zwei Minuten, weil der clevere Lebeau die sich ihm bietende Lücke zum Ausgleich nutzte (37.). Dank der Undiszipliniertheit der Lions in Gestalt von Gervais und Stanton, durften die Kasseler zum wiederholten Mal mit 5 gegen 3 agieren und Jansson bedankte sich dafür mit dem 3:2 (40.). Aber auch die Huskies konnten ihren Jubel einzig in der Kabine während der Drittelpause auskosten, denn in der 42. Minute netzte Girard zum 3:3 ein. Im weiteren Verlauf wurde die Gangart auf dem Eis ruppiger, doch aus den daraus resultierenden Strafen gegen Frankfurt konnten die Nordhessen keinen Profit ziehen, weil Jansson und Teljukin an Pethke scheiterten (49./53.). Und da bis zum Ende nichts mehr passierte, wurden die Punkte im Penaltyschießen verteilt.


Kassel Huskies - Frankfurt Lions 4:3 n.P.(1:1/2:1/0:1/1:0)

Tore:  1:0 (5:59) Robitaille (Peterson, Nedved - 5:3),
          1:1 (15:31) Busch (Girard, Francz),
          2:1 (34:54) Derraugh (Loth, MacLeod),
          2:2 (36.12) Lebeau (Fortier, Snell),
          3:2 (39:38) Jansson (Teljukin, Abstreiter - 5:3),
          3:3 (41:14) Girard (Francz, Stanton - 4:4),
          4:3 (60:00) Mikesch GWS 


Strafzeiten: Kassel 18 - Frankfurt 25 + Spieldauerdisziplinar Gervais
Schiedsrichter:
Rademaker (Krefeld)    Zuschauer: 5872

Vorschau:   Dienstag, 11.02.2003, 19:30 Uhr, Nürnberg Ice Tigers - Kassel Huskies
                  Freitag, 14.02.2003, 19:30 Uhr, ERC Ingolstadt - Kassel Huskies
                  Sonntag, 16.02.2003, 18:30 Uhr, Kassel Huskies - DEG Metro Stars

 

            


Spiele gegen Frankfurt stehen immer unter einen besonderen Motto..
.

 

   

Zu Beginn des Spiels gab's eine riesige Huskies-Fahne, die nach kleineren Schwierigkeiten im E-Block die Runde machte...

 

   

Jessica Neuhaus, die die Lions "plöd" fand, sowie Huskies-Party-Maus Janin
e Söder.
Dem netten älteren Herren im Vordergrund (Klaus Siebrecht), der auch diesmal wieder mit  "mußte",
fehlt lediglich noch ein Huskies-Trikot in seiner Fan-Ausrüstung...

 

     

Janin
e Söder in der Champions-Bar (sind Champions nun eigentlich Pilze oder nicht?)
und Jessi Neuhaus mit Josef ("Jo", grins) vom Heuboden...

 



Spezialdozent Volker Knebes (warum mit erhobenem Zeigefinger? Erzieherischer Auftrag?), meine Wenigkeit sowie Erik Sauerborn als Special-Agent der "christlichen" Abteilung in brutalstmöglicher Mission...

 



Im ersten Drittel häufig dicke Luft vor dem Frankfurter Tor...

 



Das 3:2 durch Lars Jansson in der 40. Spielminute...

 



Der jubelnde Heuboden nach dem 3:2...

 



Nach dem Spiel gab's dann ENDLICH mal wieder die Raupe...

 

 

HNA-Online vom 01.02.2003 (HomePage: www.hna.de)

Endlich wieder Sieg im Derby

KASSEL. Endlich wieder mal ein fast volles Haus, endlich wieder mal zumindest phasenweise Partystimmung in der Kasseler Eissporthalle und vor allem endlich wieder mal ein Derbysieg der Huskies! Sie zwangen die Frankfurt Lions zwar erst im Penaltyschießen in die Knie, doch die beiden Punkte beim 4:3 (1:1, 2:1, 0:1 / 1:0) reichten zum Sprung auf Rang sechs der Deutschen Eishockey-Liga.

Gefeierter Schütze des Siegtores war Pat Mikesch, der bei seinem zweiten Treffer den Puck unter der Latte ins Netz knallte. Beim letzten Auftritt vor der Länderspiel-Pause bis zum 11. Februar traf außerdem Sven Valenti. Doch es war ein weiter Weg zum Sieg. Auch wenn die Schlittenhunde allen Personaldiskussionen zum Trotz couragiert begannen, trotz des kurzfristigen Ausfalls von Mikael Wahlberg Puck und Gegner laufen ließen und sich sogar über ein frühes Erfolgserlebnis freuten. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis spielten die Huskies ihre Gäste aus und Stephane Robitaille traf mit platzierten Distanzschuss zum 1:0 (6.).

Doch bevor die Gastgeber nachlegen konnten, gerieten sie selbst in Unterzahl - genau vier Minuten lang. Doch dank großen Kampfes und großartiger Paraden von Torsteher Rich Parent überstanden sie die Frankfurter Drangperiode unbeschadet. Der Rückschlag kam erst, als die Hausherren längst wieder Regie führten. Einen Moment der Unachtsamkeit nutzten die Lions zum Konter. Girard zog auf und davon und zum 1:1 (16.) traf der mitgelaufene Robert Busch, der als Junior einst das Kasseler Trikot getragen hatte. Ein Schuss Marke "Stimmungstöter". Denn er traf Kasseler Spieler wie Fans gleichermaßen. Urplötzlich schwand den Huskies die spielerische Linie, den Anhängern verschlug's die Sprache.

Statt den dezimierten Gegner, der nach einer Lebensmittelvergiftung von Dominic Roussel sogar ohne Ersatztorwart antrat, unter Druck zu setzen, vernachlässigten die Gastgeber ihre Aufgaben im Rückwärtsgang sträflich. Allein Torsteher Parent stand wie ein Fels in der Brandung. Und da auch vorn nichts mehr zusammenging, machte sich Langeweile breit. Bis zur 35. Minute. Dann schlugen urplötzlich die Wogen wieder hoch. Zunächst traf Doug Derraugh nach Loths Solo aus dem Hinterhalt filigran zum 2:1 (35.), doch praktisch im Gegenzug war der Vorsprung wieder dahin, als Pat Lebeau einen Pass in den Rücken der Kasseler Deckung zum erneuten Ausgleich nutzte (37.).

Nun aber schnitten sich die Lions ins eigene Fleisch. Gervais musste nach einem rüden Bandencheck gegen Loth vorzeitig zum Duschen, "Meckerer" Stanton bekam auch noch zwei Minuten - und mit zwei Mann mehr gingen die Huskies erneut in Führung. Diesmal traf Lars Jansson mit perfektem Schlagschuss (40.). Weil aber die Gastgeber weiter in der Defensive schluderten, war auch der dritte Vorsprung schon nach 96 Sekunden wieder verspielt. Nach Stantons Schlagschuss spitzelte Girard den Puck zum 3:3 (42.) über die Linie und zwang die Huskies zum zwölften Mal ins Penaltyschießen. Ein besonderes Glücksgefühl erlebte David Grönke. Der junge Mann stand in der ersten Drittelpause mit wackligen Knien auf dem Eis, unterbreitete seiner Liebsten eine wundervollen Heiratsantrag und nahm mit den jubelnden Zuschauern ein lautes "Ja"" von Michaela Schreiber entgegen.

Tore: 1:0 (5:59) Robitaille (Peterson, Nedved - 5:3), 1:1 (15:31) Busch (Girard, Francz), 2:1 (34:54) Derraugh (Loth, MacLeod), 2:2 (36:12) Lebeau (Fortier, Snell - 5:4), 3:2 (39:38) Jansson (Teljukin, Abstreiter - 5:3), 3:3 (41:14) Girard (Stanton, Francz - 4:4), 4:3 (60:00) Mikesch (Penalty). SR: Rademaker (Krefeld). Z: 5874. Strafminuten: Kassel 18, Lions: 25+ Spieldauer Gervais

 

HNA vom 02.02.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Von Gerald Schaumburg

Huskies halten alle Trümpfe

Nach Derbysieg gegen Bankfurt kommt Pause gerade recht - Nedved sagt Allstar-Spiel ab

KASSEL. Ein rascher Blick noch auf die Tabelle, ein kurzes Lebewohl, und dann rauschten sie am späten Freitagabend auch schon davon. Vier Tage frei - eine kleine, Ewigkeit für Eishockeyspieler, die nicht selten drei Spiele binnen fünf Tagen absolvieren. Und so zog's Brent Peterson rasch heim zum neugeborenen Baby Brandon („heute bin ich wohl mit der Nachtschicht dran“), der kleine Austin Mikesch freute sich nach der Ehrenrunde mit Papa Pat auf ein paar Tage im Schnee, die meisten europäischen Spieler traten kurze Heimaturlaube an und die Retzer­Brüder packten ihre Ausrüstung ein zur Fahrt nach Köln.

Dort traf sich am Samstag die Nationalmannschaft. Sie spielt heute um 15 Uhr (live bei Premiere) mit Stephan Retzer gegen ein Allstar-Spiel der DEL, in dem allerdings Husky Zdenek Nedved wegen seiner latenten Leistenprobleme fehlen wird. Am Mittwoch dann in Garmisch-Partenkirchen gegen Slowenien soll Youngster Christian Retzer bei Hans Zach debütieren - zum Skoda-Cup in Basel von Freitag bis Sonntag reisen mit Alexander Serikow und Tobi Abstreiter zwei weitere Kasseler nach.

Aber auch die verbliebenen Schlittenhunde werden auf Reisen gehen. Denn angesichts des Eisrevue-Gastspiels von Holiday on Ice in Kassel werden die Huskies ab Mittwoch in Braunlage ein Trainingslager beziehen, das am Freitag mit einem Freundschaftsspiel beim befreundeten Harzer Regionalligisten enden wird. „Dort werden wir uns konzentrieren auf das große Finale, in dem jedes Spiel ein Endspiel wird“, verspricht Peterson.

Sieben Punkte vor Iserlohn

Tatsachlich können die Kassel Huskies guten Mutes dem DEL-Endspurt ab 11. Februar entgegenblicken. Zwei Punkte geholt beim 4: 3 (1:1, 2:1, 0:1 / 1:0) nach Penaltyschießen gegen die Frankfurt Lions, Rang sechs der Deutschen Eishockey-Liga erobert und den Vorsprung gegenüber den neuntplatzierten Iserlohnern mit sieben Punkten behauptet - da stellte Gunnar Leidborg zufrieden fest: „Wir haben es nun selbst in der Hand und brauchen nicht darauf zu sehen, was die Konkurrenten tun.“ Auch Pat Mikesch, der seine hervorragende Leistung mit dem entscheidenden Doppelschlag im Penaltyschießen gekrönt hatte, schwört darauf, dass die Schlittenhunde im Kampf um die Playoff-Teilnahme nun alle Trümpfe halten: „Neun Spiele nur noch trennen uns von unserem großen Ziel. Und wir werden alles dafür geben, mit unserem besten Eishockey der Konkurrenz keine Chance mehr zu lassen.“

Bis dahin sind eine Fülle von Blessuren zu heilen, auch ein Magen-Darm-Virus, der am Freitag kurzfristig Mikael Wahlberg flach gelegt hatte, ist auszukurieren. Und vor allem müssen die Huskies wieder zu spielerischer Linie finden. Denn trotz des Happy-Ends nach zwei Überzahltreffern von Stephane Robitaille (6. Minute) und Lars Jansson (40.) sowie einem filigranen Schlenzer Doug Derraughs (35.) nachdem Löwe Snell den Puck ins Gesicht bekommen hatte, bot das Hessenderby außer Hektik und Kampf vor allem Krampf.

Vorsprung dreimal verschenkt

Spielerische Klasse? Fehlanzeige. „Wir sind einfach müde“, konstatierte Thomas Daffner nach einem Spiel, in dem die Kasseler ihren Vorsprung dreimal leichtfertig hergeschenkt hatten. Die Stürmer nahmen ihre Defensivaufgaben nicht ernst, einzelne Verteidiger wurden mehrfach überlaufen. „Im ersten Drittel noch waren wir die aktivere und dominierende Mannschaft“, meinte Trainer Leidborg, „aber schließlich müssen wir mit jedem Punkt zufrieden sein, weil die Frankfurter im zweiten Drittel klar besser waren.“

Die Knackpunkte: „Wir haben zuviel gewollt, haben stets auf einen zwei-Tore-Vorsprung gehofft, statt die Ein-Tor-Führung erst einmal zu sichern“, sagt Mikesch. „Und es hat niemand die Fäden gezogen, eben Verantwortung übernommen“, weiß Leidborg. Kein neues Problem, vielmehr ein Manko, das die Huskies über die Saison begleitet. „Da wird immer respektlos von Frankfurts alten Herren geredet. Aber wir haben eben keinen „Big Daddy“, keine Führungsspieler wie Stanton oder Adams“, erklärt der Trainer. Wissend, dass diese vermeintliche Stärke aber auch eine Schwäche sein kann: „Ich vertraue darauf, dass sich unsere mannschaftliche Ausgeglichenheit am Saisonende auszahlen wird.“



Küsschen der Braut: Huskies-Fan Michaela Schreiber beantwortete
in der ersten Drittelpause den Heiratsantrag des Kirchbergers David
Grönke auf ihre Weise - und mit einem lauten „Ja“.
Ob das Huskies-Maskottchen Trauzeuge wird?

 

„Vielleicht sollten wir Stanton klonen“

Flotte Sprüche der Trainer Leidborg und Nethery

KASSEL. Der enormen Hektik und Anspannung des Spiels folgte ein bemerkenswert lo­ckeres „viertes“ Drittel. Voll­ends zufrieden über die Art der Punkteteilung gerieten Gunnar Leidborg und Lance Nethery nach der präzisen Spielanalyse nachgerade un­beschwert und entspannt ins Plaudern. Und beide Trainer geizten nicht mit flotten Sprü­chen. Hier eine Auswahl:

Gunnar Leidborg

...zum Fehlen eines Führungsspielers bei, den Huskies:
„Vielleicht sollten wir den Frankfurter Paul Stanton klonen.“
...zu Gründen für die Nichtverlängerung seines Vertrages:
„Ich habe keine wirkliche Ahnung. Aber es kann nicht darum gehen, einen deutschen Trainer haben zu wollen. Schließlich habe ich eine deutsche Frau, einen deutschen Sohn und zwei deutsche Schäferhunde.“
...zu seiner beruflichen Perspektive:
„Ich kann mir fast alles vorstellen. Warum nicht auch Hannover oder Frankfurt. Aber außer einem Zeitungsreporter hat mich noch niemand angerufen. Vielleicht sollte ich ihn zu meinem Manager machen.“
...zur Personaldiskussion in Kassel:
„Profis müssen ihre Arbeit unter allen Umständen leisten. Also ist es jetzt völlig uninteressant, was in der nächsten Saison passiert. Es zählt nur die Gegenwart.“

 

Lance Nethery

...zum „Fall Leidborg“:
„Habe ich etwas verpasst? Ich dachte, Gunnar bleibt in Kassel. Die Huskies stehen doch unter den besten Acht.“
... zur schlechten Akustik auch bei der Pressekonferenz:
„Vielleicht findet ihr ja zur nächsten Saison einen Sponsor für eine neue Lautsprecheranlage.“
... zu Hessenderbys:
„Es müsste mehr Spiele geben gegen Kassel und Mannheim. Die Mannschaft ist dann viel leichter zu motivieren als gegen Schwenningen, Ingolstadt oder Iserlohn.“

 

 

Frankfurter-Rundschau-Online vom 01.02.2003 (HomePage: www.frankfurter-rundschau.de)

Stehauf-Löwen

Frankfurt gleicht in Kassel dreimal aus und holt einen Punkt

So ist das manchmal. Wenn es um nichts mehr geht, kommen die besten Spiele zu Stande. Beim Hessenderby zwischen den Kassel Huskies und den Frankfurt Lions gab es außer der Ehre nichts zu gewinnen und heraus kam eines der spannendsten Derbys seit langem. Am Ende behielt Kassel etwas glücklich per Penaltyschießen mit 4:3 (1:1, 2:1, 0:1) die Oberhand. Kurz vor Abfahrt nach Kassel erreichte die Lions die Hiobsbotschaft, dass Torhüter Dominic Roussel nicht würde mitfahren können, da sich die vermutete Magen-Darm-Grippe als Lebensmittelvergiftung erwies. Da aber der dritte Torhüter Jan Guryca schon mit Zweitligist EC Bad Nauheim unterwegs war, blieb Marc Pethke den Frankfurtern als einziger Torwart. Dennoch verdauten die Lions den Schreck gut und waren im ersten Drittel die überlegene Mannschaft* mit den besseren Chancen. Zum 1:0 (6.) aber trafen die Gastgeber, weil die Lions ihre einzigen beiden Strafzeiten im ersten Abschnitt gleichzeitig nahmen und Stéphane Robitaille bei fünf gegen drei keine Mühe hatte.

Die Lions waren nur mäßig beeindruckt und stürmten weiter, doch Pat Lebeau und Rick Girard vergaben zunächst beste Möglichkeiten. Schließlich drückte Robert Busch einen Querpass von Girard zum Ausgleich ein (16.). Auch im zweiten Drittel blieben die Lions am Drückernutzten aber ihre Chancen nicht. Die Frankfurter Führung lag in der Luft, als stattdessen Doug Derraugh nach 35 Minuten aus heiterem Himmel für Kassel traf. Auch diesen Rückstand machten die Lions umgehend wett. Lebeau nutzte ein Powerplay. Eine gute Ausgangsposition, die sich die Lions selbst vermasselten. Victor Gervais erhielt nach einem harten Check von hinten gegen Andreas Loth eine strittige Spieldauer- plus Fünf-Minuten-Strafe, Kapitän Paul Stanton reklamierte und kassierte prompt auch zwei Minuten. Kassels erneute 5-3-Überzahl nutzte Lars Jansson kurz vor der Drittelsirene zum 3:2. Doch die Lions zeigten Nehmerqualitäten. Als sich Kassel eine Strafe leistete, schlug Girard bei vier gegen vier zu (42.) und sicherte Frankfurt den verdienten Punkt. kit

Statistik: Tore: 1:0 Robitaille (5:59), 1:1 Busch (15:31), 2:1 Derraugh (35:54), 2:2 Lebeau (36:12), 3:2 Jansson (39:38), 3:3 Girard (41:14). Penalty für Kassel: Mikesch. Strafminuten: Kassel 18 - Frankfurt 25 + Spieldauer Gervais. Zuschauer: 5874.

P.S.: Waren die Berichterstatter der Frankfurter-Rundschau bei einem anderen Spiel? Wie könnte man sonst darauf kommen, die Frankfurt-Lions (Scheiss-Frankfurt-Lions *g*) seien im ersten Drittel die "überlegene Mannschaft" gewesen? Wenn das "Überlegenheit" war, werden die Lions sicher auch überlegen die Play-Offs erreichen. Ach so: Wissen die Frankfurter eigentlich noch, was "Play-Offs" überhaupt sind? *sfg*

 

Newsletter der Frankfurt Lions 01.02.2003 (HomePage: www.frankfurt-lions.de)
(Offensichtlich wird hier von einem anderen Spiel berichtet...)

Unglückliche Penalty Niederlage in Kassel

Liebe/r Matthias Dietz,

Kassel Huskies vs. Frankfurt Lions 4:3 n.P. (1:1; 2:1; 0:1, 1:0)

Da war mehr drin für die Frankfurt Lions in Kassel. Nach einer der besten Saisonleistungen unterlagen die Südhessen bei den Nordhessen nach Penaltyschiessen mit 4:3. Die Lions mussten neben den Langzeitverletzten Richer, Fitzgerald, Penney, dem noch nicht wieder einsatzfähigen Stöpfgeshoff, kurzfristig auch noch auf Stammtorwart Dominic Roussel verzichten. Roussel hat sich vermutlich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und trat die Reise nach Kassel erst gar nicht mit an. Aber auch ohne die fünf Leistungsträger begannen die Lions sehr konzentriert und waren hellwach. Bis in der 6. Spielminute Hauptschiedsrichter Axel Rademaker binnen weniger Sekunden Robert Busch und Chris Snell auf die Strafbank setzte, und den Huskies so eine doppelte Überzahl bescherte. Kassel lies diese Chance nicht aus und ging durch Stéphane Robitaille erstmals in Führung.

Die Frankfurt Lions ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Kassel in der Folge des ersten Drittels zwar optisch überlegen, ohne jedoch weitere Großchancen zu besitzen. Ein toll vorgetragener Konter über Robert Francz und Rick Girard vollendete kurz vor Drittelende Robert Busch zum verdienten Ausgleich für die Lions. Ins Mitteldrittel wirkten die Lions noch entschlossener als zu Beginn des Spiels. Nach wenigen Sekunden vergab Greg Adams bereits die erste Chance. Kurz später scheiterte auch Cory Laylin nur ganz knapp. Gerade Laylin wäre mal sein erstes Saisontor zu gönnen. Die beste Chance für Kassel hatte Teljukin, doch er scheiterte am Pfosten des von Marc Pethke glänzend gehüteten Tores. Nach dem die Lions immer mehr am Führungstreffer schnupperten, ging Kassel urplötzlich in Führung. In der Entstehung absolut unglücklich: Chris Snell bekam bei einem missglückten Befreiungsversuch von Stanton den Puck direkt ins Gesicht. Der Puck prallt von Snell´s Gesicht direkt auf den Schläger von Kassels Derraugh, der unbedrängt aus kurzer Distanz einschießen konnte. Doch die Lions steckten auch diesen Rückschlag weg, und kamen nur kurz nach dem Rückstand zum neuerlichen Ausgleich durch Pat Lebeau (37.).

Kurz vor Drittelende ein Bandencheck von Victor Gervais. Sicher unnötig von Gervais und zu Recht Strafzeit für die Lions. Doch Schiedsrichter Rademaker verhängte für diesen Check eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Gervais. Völlig übertrieben, zumal er im ersten Drittel für einen ähnlichen Bandencheck auf Kasseler Seite lediglich zwei Minuten gegeben hatte. Damit noch nicht genug. Die Lions natürlich aufgebracht über diese Strafe, und Kapitän Paul Stanton erkundigte sich mehrmals beim Schiedsrichter, bis es diesem zu bunt wurde, und Stanton wegen Reklamierens auch noch auf die Strafbank setze. Folge dessen: Wieder fünf gegen drei Überzahl und wieder Tor für die Kassel Huskies. Schade, dass Herr Rademaker hier solch einen Einfluss auf den Spielausgang nahm, und die Kassel Huskies in diesem packenden Hessenderby so bevorzugte. Lance Nethery sprach nachher von einem in der DEL bekannten Heimschiedsrichter. Mit Gervais fehlte nun der sechste!! Leistungsträger in dem Spiel, und es zeugt von einem unglaublichen Einsatz, Herz und der so oft geforderten Leidenschaft, dass die Lions in den letzten 20 Minuten noch mal alle Kräfte mobilisierten und verdientermaßen zumindest zum Ausgleich kamen.

Rick Girard hielt seinen Schläger in einen Schuss von Robert Francz und es stand 3:3. In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften, und die Entscheidung musste im Penaltyschiessen fallen. Dort traf zunächst Francz für die Frankfurt Lions, ehe Mikesch und Valenti Kassel in Führung brachte. Girard egalisierte wieder und auch das Penaltyschiessen musste in die Verlängerung. Im nächsten Schuss scheiterte Lebeau an Kassels Torwart Rich Parent, und Pat Mikesch verwandelte seinen Penalty und sicherte den Kassel Huskies damit den Extra Punkt.

Tore: 1:0 (05:59) Robitaille (Peterson, Nedved)5-3 1:1 (15:31) Busch (Girard, Francz) 2:1 (34:54) Derraugh (Loth, MacLeod) 2:2 (36:12) Lebeau (Fortier, Adams)5-4 3:2 (39:38) Jansson (Teljukin, Abstreiter)5-3 3:3 (41:14) Girard (Francz, Stanton) 4:3 Mikesch (Penalty)

Strafminuten: Kassel Huskies: 18 Minuten Frankfurt Lions: 20 Minuten + 5 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe für Victor Gervais

Zuschauer: 5.874    Schiedsrichter: Axel Rademaker    (Frank Meinhardt aus Kassel)

 

HNA-Online vom 01.02.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Gerald Schaumburg  

Kämpfer Loth bleibt ein Husky

Kassel (hna) - Eigentlich wollte Joe Gibbs die Personaldiskussion bei den Kassel Huskies erst nach dem Eishockey-Hessenderby am Freitag (19.30 Uhr, Eissporthalle) forcieren. Doch mit der Ankündigung des Trainerwechsels von Gunnar Leidborg zu Axel Kammerer am Saisonende blühen nun die Spekulationen auf. Was versteht der Manager unter der "anderen Richtung", die eingeschlagen wird? Wer kommt als Co-Trainer in Frage, Nachwuchscoach Milan Mokros natürlich oder Ex-Stürmer Roger Hansson? Lässt Kammerers Vertragslaufzeit bis 2005 auf neue Hallen-Perspektiven schließen?

Weil weder Gibbs noch Huskies-Boss Simon Kimm derzeit Antworten geben, hier erste Fakten: Mit Stephan Retzer, Stephane Robitaille, Mikael Wahlberg und Kapitän Tobi Abstreiter stehen vier Leistungsträger ohnehin bis zum Frühjahr 2004 im Wort. Kämpfer Andi Loth hat seine Option auf Vertragsverlängerung bis 2004 gezogen. "Es fehlt mir in dieser Saison die Konstanz und ein wenig auch der Biss, warum auch immer. Ich möchte schon zeigen, dass ich es besser kann", erklärt Loth sein Bleiben. 

Topskorer sind heiß begehrt

Umworben von der DEL-Konkurrenz sind natürlich die Topskorer der Huskies. Alexander Serikow, der im Frühjahr erstmals Vater wird, hat nie Zweifel daran gelassen, dass er gern in Kassel bleiben würde. Doch offenbar buhlt Mannheim um die Rückkehr des Stürmers, der mit den Kurpfälzern dreimal Meister war. Zdenek Nedved hat angeblich zwischen Offerten aus der halben Liga die Auswahl.

Thomas Daffner hat in Kassel zwar inzwischen sein privates Glück gefunden, doch nach erfolgreichen Jahren in Ingolstadt werben die Panther schon seit Wochen um eine Rückkehr des Stürmers. Mit neuer Finanzkraft klotzt die Düsseldorfer EG, die dem Ex-Kasseler Jeff Tory (Hamburg) einen Dreijahresvertrag mit 135 000 Euro Gage per anno geboten haben soll. Wenn also DEG-Trainer Mike Komma Routinier Pat Mikesch und Talent Christian Retzer aus Kassel holen will, dann wird auch dies wohl über die Finanzen entschieden.

Örjan Lindmark, seit 1997 in Kassel und dienstältester Husky, quält sich schon seit Wochen mit einer Entscheidung. Für den 35-jährigen Sicherheitsgaranten der Deckung gibt es zwei Varianten: Die Hoffnung auf ein Engagement im heimischen Schweden mit beruflicher Perspektive nach der aktiven Laufbahn, oder eine möglichst langfristige Vertragsverlängerung in Kassel zum Abschluss der Karriere.

Bei den Torstehern ist Rich Parent nicht unumstritten, insbesondere mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit Andrej Mezin, der in die DEL zurückkehren möchte, und dem Schweden Petter Rönnquist (Leksand, 38 Länderspiele) sind interessante Alternativen auf dem Markt. Jan Münster indes, der als Publikumsliebling gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung haben sollte, wird wohl abwarten müssen, ob die DEL-Sportkommission am 2. Februar mit ihrem Vorschlag durchkommt, die Torsteher aus der unseligen Lizenzlimitierung für deutsche Ü-23-Spieler herauszunehmen.

 

DEL-HomePage: www.del.org
01.02.2003

Nedved nicht beim All-Star Spiel in Köln

Huskie-Stürmer muss verletzungsbedingt absagen

Huskies-Stürmer Zdenek Nedved, der für das morgen in der Kölnarena stattfindende DEL All-Star-Game zwischen der Deutschen Nationalmannschaft und den All-Stars der DEL nominiert wurde, musste wegen im gestrigen Spiel der Kassel Huskies gegen die Frankfurt Lions erneut aufgetretenen Leistenproblemen leider seine Teilnahme an dieser Veranstaltung absagen.

Da seine Verletzung offensichtlich noch nicht vollends ausgeheilt ist, wäre sein Einsatz ein zu großes Risiko. Nedved wird die Spielpause daher komplett zur Regeneration nutzen.

Die DEL wird für den verletzten Nedved keinen Spieler nachnominieren