Huskies-Online vom 09.03.2003 (HomePage: www.huskies-online.de)

Happy-End gegen Augsburg

Nach einer ausschließlich im ersten Drittel ansehnlichen Leistung machten die Kassel Huskies dank der zunehmenden Harmlosigkeit der Augsburger Panther, die Tore in Überzahl und der zumindest zeitweise gelungenen Abwehrarbeit den Einzug in die Play-Offs perfekt. Durch den gleichzeitigen Punktverlust der Hamburg Freezers in Frankfurt belegen die Kasseler den 7. Platz und müssen nun im Viertelfinale gegen Hans Zach und seine Kölner Haie antreten.

Im letzten Hauptrundenspiel ging es für die Huskies um Alles oder Nichts bzw. um die Play-Off-Teilnahme oder das Ende der Saison. Mit einem Sieg oder auch nur einem Punkt aus der Partie gegen die Panther wäre für die Kasseler das Ziel, einen Platz unter den ersten Acht zu behaupten, erreicht. Verführerisch einfach schien die Ausgangslage, denn für die Augsburger war das heutige Spiel belanglos. Doch gerade das barg auch Gefahren, weil das Unterschätzen des Gegners gepaart mit einer nicht 100%igen kämpferischen Einstellung selbst unter diesen günstigen Vorzeichen böse enden könnte und die Huskies bei einer Niederlage einzig auf die Hilfe der Krefelder (in Iserlohn) hoffen durften. Das wussten auch die Nordhessen. Sie zeigten gleich zu Beginn, dass sie alles versuchen würden, um zu gewinnen, denn Abstreiter stellte sich trotz Rippenprellung in den Dienst der Mannschaft und S. Retzer komplettierte nach seiner Grippe wieder die Defensive. Und endlich brachte die Anfangsoffensive das frühe Erfolgserlebnis: Valenti erzielte per Bauerntrick nach nur 48 Sekunden das wichtige 1:0 und Lipiansky verfehlte äußerst knapp, nachdem er sämtliche Augsburger inklusive Torwart Eriksson ausgespielt hatte (3.). Aber wie so oft in dieser Saison konnte der Gegner mit seinem ersten Schuss auf Kassels Keeper Parent durch McCosh auch gleich das Tor, diesmal zum 1:1 verbuchen (4.). Dadurch wirkten die Huskies jedoch nur kurzfristig beeindruckt und als Armstrong seine Strafe absaß, gab es ein weiteres Erfolgserlebnis: Nedved nutzte die numerische Überlegenheit zum 2:1 (9.). Danach schwächten sich die Augsburger durch Undiszipliniertheiten selbst, so dass Wahlberg bei doppelter Überzahl kein Problem hatte, zum 3:1 zu vollenden (14.). Bis zur Pause hätten die Gastgeber bei konsequenter Ausnutzung ihrer Chancen sogar noch höher in Führung liegen könnte, doch Serikow, Abstreiter und Valenti in Unterzahl scheiterten. Dem stand von Seiten der Panther lediglich ein Schlagschuss des gefährlichen Armstrong im Power-Play gegenüber (17.). Im zweiten Abschnitt übernahmen zunächst die Gäste das Geschehen, was allerdings daran lag, dass sie überwiegend mit einem Mann mehr agieren konnten. Doch selbst bei fünf gegen fünf blieben sie das Team, das häufiger im Puckbesitz war. So kam der Anschlusstreffer zum 2:3 durch Drouin nicht überraschend (28.), sondern resultierte aus dem Leichtsinn und der Selbstgefälligkeit der Huskies, die sich auch im weiteren Verlauf nicht steigerten und sich außer in Überzahl - Derraugh sowie Lipiansky vergaben kläglich - kaum Möglichkeiten erarbeiteten. Das letzte Drittel zeigte dann zumindest von den Augsburgern das, was man erwartet hatte, nämlich nicht allzuviel Engagement. Warum sich aber die Kasseler lediglich auf Ergebnissicherung verlegten war eigentlich unverständlich, denn nach dem zuletzt Dargebotenen hätte ein hoher Sieg sicherlich mehr Selbstvertrauen für die Play-Offs bedeutet. Zwar hatten die Hausherren durch S. Retzer, Daffner und Peterson noch Chancen, die wurden aber nicht konsequent genug genutzt. Am Ende war den gut 5.000 Zuschauern jedoch einzig die Play-Off-Teilnahme wichtig, die sie lautstark mit ihrer Mannschaft feierten.

 

Kassel Huskies - Augsburger Panther 3:2 (3:1/0:1/0:0)

Tore:    1:0 (0:48) Valenti (Daffner, Abstreiter),
             1:1 (3:09) McCosh (Leeb),
             2:1 (8:24) Nedved (Mikesch, Jansson - 5:4),
             3:1 (13:39) Wahlberg (Robitaille - 5:3),
             3:2 (27:26) Drouin (Moeser)


Strafzeiten: Kassel 10 - Augsburg 14 + 10 Audet        Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg)        Zuschauer: 5.123

Vorschau:     Play-Off-Viertelfinale:
                                Mittwoch, 12.03.2003, 19:30 Uhr, Kölner Haie - Kassel Huskies
                                Freitag, 14.03.2003, 19:30 Uhr, Kassel Huskies - Kölner Haie
                                Sonntag, 16.03.2003, 14:30 Uhr, Kölner Haie - Kassel Huskies
                                Dienstag, 18.03.2003, 19:30 Uhr, Kassel Huskies - Kölner Haie
                                Änderung der Anfangszeiten wegen TV-Übertragung möglich

 



Der E-Block stimmte die gesamte Halle gemeinsam mit dem Heuboden auf das Spiel ein...

 



Heute führte sogar auch mal ein Powerplay zu einem Tor für die Huskies...

 



Nachdem es dann auch noch (berechtigte) Strafen für die Huskies hagelte:
Würde's reichen? (Iserlohn führte immerhin mit beachtlichem Vorsprung gegen Krefeld).

 



Gegen Ende des letzten Drittels begann noch mal das große Zittern:
Was ist, wenn die Panther doch noch 2 Dinger rein machen?

 

   

20. Spielminute im letzten Drittel: Die Playoffs gepackt!

 

   

Nachdem's dann schließlich geschafft war, war Rich "Bernie" Parent
der Erste, der wieder auf's Eis kam...

 



Und zum Schluss gab's dann (wie nach jedem wichtigen Sieg) die Raupe...

 

HNA und HNA-Online vom Dienstag, 11.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Gerald Schaumburg

Huskies heiß auf Hochseefischen

Eishockey-Spieler starten ohne Druck, aber voller Begeisterung ins Viertelfinale gegen Köln

 



Der jubelnde Torschütze: Schon nach 48 Sekunden freute sich Sven Valenti (hinten)
über sein 1:0 gegen Augsburgs Magnus Eriksson. FOTO: FISCHER

 

KASSEL. „Abgerechnet wird nach 52 Spielen.“ Gunnar Leidborg ist nie müde gewor­den, diese Worte zu wiederho­len. Der Trainer mahnte zu Be­scheidenheit, als die Kassel Huskies Ende September die DEL-Spitze erklommen hat­ten. Und er warb darum, ihn und die Mannschaft am Ende der Hauptrunde zu messen, als die Schlittenhunde auf Rang elf abgestürzt wären und sein Stuhl mächtig wackelte. Jetzt, da der abschließende 3:2 (3:1, 0:1, 0:0)-Sieg gegen Augsburg die Kasseler Puckjäger tat­sächlich als Siebten ins Play­off-Viertelfinale gegen Hans Zachs Kölner Haie gehievt hatte, weicht der Schwede nicht von seiner Linie ab: „Es ist schön, dass wir gehalten haben, was ich zu Saisonbe­ginn versprochen habe.“

Leidborg bleibt Leidborg. Ruhig und gelassen kommen­tiert der Schwede den Erfolg. Überschäumender Jubel? Fehlanzeige. Allenfalls stille Genugtuung. Dabei ist es kei­neswegs selbstverständlich, dass die Huskies zum vierten Mal in Folge die K.O.-Runde erreicht haben. „Dass wir mit DEL-Größen wie Köln, Mann­heim oder Düsseldorf auf ei­ner Stufe stehen, das ist schon ein feiner Erfolg.“

Und eine Leistung, die auch Anerkennung findet: „Obwohl sich unsere Wege nach dieser Saison trennen werden, leistet er hier hervorragende Arbeit“, erklärte Manager Joe Gibbs. „Es war richtig, die Personalentscheidungen offen und fair zu besprechen. Und es hat sich ausgezahlt, in schweren Zei­ten Gunnar und dem Team zu vertrauen.“ Schließlich sind  bis auf Krefeld alle Kontra­henten, die im Saisonverlauf den Trainer gewechselt haben, nicht in den Playoff s vertreten.

Hier geht's zur HomePage der Kassel-Huskies...
Freude auf Zach und Rogles


Im Gegensatz zu ihrem Coach blickten die Spieler nicht mehr zurück. Augsburg gepackt, Ziel erreicht und Playoff-Prämie kassiert – „Jetzt geht's zum Hochseefi­schen auf Haie“, verkündete Tobi Abstreiter in launigen Worten. Eine Spritze hatte dem Kapitän die Schmerzen seiner Rippenprellung gelindert. Wie alle an­deren rackerte er bis zum Umfallen für das Weiter­kommen. „In die­ser Phase will je­der spielen, unbe­dingt. Und dabei sein, wenn es ge­gen die Kölner geht“, sagt Ab­streiter im Einver­nehmen mit allen Kollegen.

„Gegen den al­ten Coach und Bundestrainer ist doch jeder Spieler besonders heiß“, sagt Stephan Ret­zer, bei dem einer fiebrigen Erkäl­tung nun das Play­off-Fieber folgt. „Die letzten Spie­le hatten alle schon Playoff-Charakter für uns. Da starten wir am Mittwoch in Köln praktisch in die zweite Runde“, sieht der Natio­nalverteidiger die Huskies optimal vorbereitet: „Aller nervlicher Druck ist weg, wir haben gegen die Haie viel zu gewinnen.“

Dass sie nach nur einem Sieg in den letzten sieben Auswärtsspielen als krasser Außen­seiter ins Viertelfinale starten, ficht die Kasseler nicht an. „Die Freude auf Zach und meinen Kumpel Chris Ro­gles motiviert unheimlich“, sagt Stephane Robitaille - und schließlich wisse gegen die Haie doch jeder genau, was ihn erwarte: „Wir müssen kom­pakt defensiv spielen wie die Kölner und sie mit ihren ei­genen Waffen schlagen.“

Dazu gibt es morgen ab 19:30 Uhr die erste Chance in der Kölnarena, weitere sichere Termine sind der Freitag (19:30 Uhr, Eissporthalle), der Sonntag (14.30, Kölnarena) und der nächste Dienstag (19:30, Eissporthalle). Danach sind geplant: 21.3. (Köln), 23.3. (Kassel) und 25.3. (Köln). Diesmal wird nach vier Siegen einer Mannschaft abgerech­net. Und nicht erst nach 52 Spielen...




Der Dirigent: Torwart Rich Parent patzte beim 1:1, doch am
Ende nahm der Spaß mit La Ola kein Ende. FOTO: FISCHER

 

Serikow unumstritten

Jury bestimmt die Huskies-Super-Sechs des Jahres

KASSEL. 52 Spiele liegen hin­ter den Huskies. Eine lange, lange Vorrunde. Genügend Zeit, sich einen Eindruck von jedem Spieler zu verschaffen. Wer hat überzeugt, wer über­rascht? Wer war beständig, wer blieb hinter den Erwar­tungen zurück? Wer waren sie denn nun, die Leistungsträger der Huskies in der bisherigen Saison?

Rechtzeitig vor Beginn der Playoffs haben wir einmal die sechs Spieler zusammenge­stellt, die uns über die letzten Monate hinweg am meisten überzeugt haben. Eine elfköp­fige Jury, zusammengestellt aus Fans, Sponsoren, Ex-Ak­tiven und Journalisten hat da­zu ihr Votum abgegeben. He­rausgekommen ist ein schlagkräftiges Sextett - die Super-­Sechs der Huskies sozusagen.

Ein Name stand dabei auf jedem Stimmzettel: Der von Alexander Serikow. „Die Wie­derauferstehung des Jahres“, sagt FFH-Reporter Patrick Schuhmacher über den Stür­mer, bei dem der Knoten wie­der geplatzt ist, seit er für die Huskies spielt. 20 Tore spre­chen eine deutliche Sprache, die auch Nationaltrainer Hans Zach verstand. Er holte Seri­kow beim Deutschlandcup zu­rück in sein Team.

Deutliches Votum für Jan Münster

Etwas überraschend vielleicht die Wahl beim Torhüter. Obwohl Rich Parent in der Schlussphase der Saison deutliche Nummer eins ist, entschied sich die Jury mit 8:3 - Stimmen für Jan Münster. „Das war eine ganz schwere Wahl“, fand auch der frühere ESG-Akteur Wolf-Dieter Ro­de. „Neuling Münster war in seinen Leistungen insgesamt etwas konstanter“; befand Hendrik Schellinger vom Sponsor Kurhessentherme, als Fan ständiger Gast in der Eis­halle.

Eindeutig auch die Wahl der besten Abwehrspieler: Der Mann mit dem Auge, Örjan Lindmark, und Stephane Ro­bitaille als wichtiger Antrei­ber, erhielten jeweils acht Stimmen. „Lindmark ist einfach unverwüstlich und seit Jahren eine feste Größe“, be­fand Verteidiger-Legende Herbert Heinrich. Shayne Wright brachte es noch auf vier Nennungen - vor allem auf Grund seiner Bedeutung im Überzahlspiel.

Bedeutend knapper war es im Sturm. Hier kamen neben Serikow zwei Mittelstürmer in die „Super-Sechs“: Tobias Ab­streiter (6 Stimmen) und Mi­kael Wahlberg (5). Der Kapitän überzeugte wieder mit sei­ner Bullystärke und kämpferischen Tugenden. Der schwedische Neuzugang war für die filigranen Momente und feinen Pässe zuständig. (FRZ)

 

Stimmen

Rich Chernomaz (Augsbur­ger Trainer): „Kassel hat kei­nen Druck jetzt und ist in der gleichen Situation wie ich mit Köln im Vorjahr. Gunnar, ihr habt genauso gute Chancen auf den Titel wie wir damals.“
Charly Fliegauf (Augsbur­ger Manager): „Wir haben uns wohl etwas besser verkauft als Krefeld in Iserlohn.“
Zdenek Nedved: „Wir hat­ten große Angst vor Fehlern. Aber jetzt freuen wir uns über den größten Sieg der Saison.“

Pat Mikesch (wechselt im Sommer nach Düsseldorf): „Ich habe immer an die Play­offs geglaubt, sogar Rang fünf war lange Zeit drin. Mit un­serem besten Hockey können wir weiterkommen und ge­gen Düsseldorf spielen.“

Karten

Eintrittskarten für die bei­den sicheren Viertelfinal-Heimspiele der Huskies am Freitag (19:30 Uhr) sowie am Dienstag nächster Woche (19:30) gibt es im Sportshop der Eissporthalle am heutigen Dienstag von 8:00 bis 19:30 so­wie Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 18:30 Uhr.
Die Preise wurden für Sitz­platz-Einzeltickets zwischen 14 und 22 Prozent auf 30,50 bis 35,50 Euro angehoben, Stehplatz-Karten kosten nun 13 bis 14 Prozent mehr - von 8,50 für Jugendliche bis 16 Eu­ro für Erwachsene.

Nach Huskies-Angaben be­tragen die Aufschläge damit lediglich die Hälfte gegenüber den Playoff-Preisen des ver­gangenen Jahres. (RED)

 

HNA und HNA-Online vom Montag, 10.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Gerald Schaumburg

Und jetzt gegen Zachs Haie

Kassel - Augsburg 3:2. Huskies treffen im Playoff-Viertelfinale auf Köln


Die Huskies im Angriff: Tobias Abstreiter scheitert an Augsburgs Torwart Magnus Eriksson.  FOTO: FISCHER


KASSEL. Ganze 48 Sekunden waren gespielt, da schien das große Zittern schon beendet und Partylaune machte sich in der Eissporthalle breit. Der Puck zappelte zum ersten Mal im Netz der Augsburger Pan­ther, und die Kassel Huskies waren auf Playoff-Kurs einge­schwenkt. Sven Valenti hatte am kurzen Pfosten nach Daff­ners Pass nicht lange gezau­dert und das Hartgummi schlitzohrig zum 1:0 über die Linie geschoben.

Aller nervlicher Ballast fiel mit einem Schlag von den Schultern der Gastgeber ab, das Ziel war greifbar nahe. Und niemand ahnte, welch weiter Weg noch vor den Blau­Weißen und ihren Anhängern lag bis zum 3:2 (3:1, 0:1, 0:0)­ Sieg im letzten Hauptrunden­spiel der Deutschen Eis­hockey-Liga.

Nachdem Valenti den gor­dischen Knoten so früh durch­schlagen hatte, ließen die Kas­seler zunächst Puck und Geg­ner laufen. Mit Biss, guter Raumaufteilung und zielstre­bigen Aktionen ließ die Mann­schaft keinen Zweifel daran, wer hier die nötigen Punkte einfahren sollte. Die Schwa­ben hielten zwar mit körper­licher Härte dagegen, sahen aber zunächst kein Land gegen die überzeugenden Gast­geber. Gewiss, da traf wie ein Blitz aus heiterem Himmel Shayne McCosh schon mit dem ersten Schuss zum 1:1(4.). Doch ausgerechnet im Überzahlspiel schlugen die Huskies zurück. Zdenek Nedved krön­te Mikeschs genialen Querpass mit dem 2:1 (9.), und Mikael Wahlberg erhöhte gar auf 3:1 (14.), als er beim Spiel fünf ge­gen drei die förmlich erstarr­ten Augsburger aus dem Handgelenk genau in den Win­kel überwand. Das Tor zu den Playoffs stand sperrangelweit offen. Doch urplötzlich erwachten die Gäste aus ihrer Lethargie, suchten unbefangen ihr Heil in der Offensive und stürzten die Huskies von einer Verle­genheit in die nächste. So kam, was kommen musste: Als die Kasseler einmal mehr den Puck nicht konsequent aus der Gefahrenzone brachten, spritzten die Schwaben da­zwischen und Torjäger Drouin traf zum 3:2 (28.). Plötzlich war es doch wieder da, das große Zittern. Statt Partyge­sängen gab's Durchhalteparo­len von den großartigen Fans. Und tatsächlich kämpften die Huskies bis zum Umfallen - und siegten. Denn endlich hat­ten sie ihren Kasten mit Mann und Maus verrammelt, die Zweikämpfe angenommen und gewonnen, und selbst den Befreiungsschlag als probates Mittel entdeckt. Torsteher Rich Parent erwuchs zum Fels in der Brandung und hielt seinen Kasten mit tollen Paraden sauber.

Fünf, vier, drei, zwei, eins - um 21.15 Uhr hatten die Hus­kies doch roch ihr Saisonziel erreicht. Wenn auch mit reich­lich Zittern. Und nun kam sie wieder, die Partystimmung. Denn mit ihrem Erfolg hatten die Huskies den Sprung in die Playoffs geschafft, dank Hamburgs Punktverlust in Frank­furt sogar noch auf Rang sie­ben. Und so kommt es ab Mitt­woch zum lukrativsten Viertelfinal-Duell - mit Hans Zachs Kölner Haien.

Tore: 1:0 (0:48) Valenti (Daff­ner), 1:1 (3:09) McCosh (Leeb), 2:1 (8:24) Nedved (Mikesch, Jansson - 5:4), 3:1 (13:39) Wahlberg (Robitaille - 5:3), 3:2 (27:23) Drouin (Moe­ser); Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg); Z: 5123; Strafminuten: Kassel 10, Augsburg 14 plus 10 Audet

 

HNA und HNA-Online vom Montag, 10.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Frank Ziemke

Um 21.15 Uhr ist es vollbracht

Valentis schnelles Führungstor löst die Spannung bei den Huskies-Fans

KASSEL. Die Anspannung ist spürbar. Zu sehen in den Ge­sichtern. An den Gesten. Christian Retzer kauert ver­sunken auf einer Bank vor der Umkleide der Huskies. Andi Loth steht ein paar Meter da­neben. Konzentriert. Den Blick nach innen gerichtet. Es sind die letzten Minuten vor dem ersten Bully. Nur Augs­burg noch. Einen Punkt holen und dann ab in die Playoffs. Gar nicht erst das Undenk­bare denken. „Die Stimmung war heute anders als sonst“, sagt Rolf Thom. Der Mann­schaftsbetreuer war längst da, als die Spieler zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn nach und nach eintrudelten. „Es wurde viel mehr geredet als sonst“, berichtet er. Bekämp­fung der Nervosität mit Wor­ten? „Vielleicht. Aber alle sind ungeheuer zuversichtlich.“

„Ich bin angespannt“, sagt auch Simon Kimm. Welche Er­wartungen hat der Klubchef vor diesem Spiel um alles oder nichts? „Ich will da lieber gar keinen Tipp abgeben.“ Mana­ger Joe Gibbs geht nervös vor der Kabine auf und ab. „Da­rauf haben wir das ganze Jahr hin gearbeitet“, sagt er, „es ist nicht lebensnotwendig, aber wenn wir es heute nicht in die Playoffs schaffen, müssen wir nach Fehlern suchen.“

Draußen, in der Halle läuft der Countdown. „Wir brauchen heute alle Unterstützung“, ap­pelliert Hallensprecher An­dreas Körbel an die Fans. Ale­xandra Simon singt die Hym­ne der Superstars: We have a dream! Die Stars der Huskies stehen bereit. Der Kapitän kommt als Letzter. Tobi Ab­streiter beendet die Stille: „Auf geht's, Boys“, brüllt er, „auf geht's jetzt hier!“ Dann drängen sie raus auf's Eis.

Und machen schnell Schluss mit der unerträglichen Unsi­cherheit ihres Daseins in der DEL: Valenti und das Tor nach 48 Sekunden. Das löst auch bei den Fans die Spannung. „Ei­nen Punkt haben wir sicher“, glaubt Timo Weber. Der steckt sonst im Kostüm des Huskies-Maskottchens und fiebert jetzt neben der Spielerbank mit. Weitere zwei Treffer fallen, Gelassenheit macht sich breit. Überall? Nicht überall. San­dra Drefs ist mittlerweile ins Huskies-Kostüm geschlüpft und schwitzt mächtig. Wenig später wird die 21‑Jährige ih­rem Freund Tim Herget auf. dem Eis einen Heiratsantrag machen.

Sie bekommt ein Ja. Alles klar also. Auch auf dem Eis. Die Gastgeber bringen die Partie über die Bühne. Punkte gesi­chert, Saisonziel erreicht. Als die Huskies um 21.15 Uhr un­ter dem Jubel der Fans und „Oh, ECK“-Dauergesängen das Eis verlassen, ist von An­spannung längst nichts mehr zu spüren. Joe Gibbs ist er­leichtert: „Wenn man die Play­offs erreicht hat“, sagt der Ma­nager, „dann weiß man, dass man gut gearbeitet hat.“



Ramalamadingdong: Die Huskies-Fans bejubeln Sven Valentis Treffer zum 1:0. Foto: HAUN



Was machen die Kollegen? Gespannt beobachten die Huskies und Trainer Leidborg das Geschehen auf dem Eis. Foto: HAUN

 

HNA und HNA-Online vom Montag, 10.03.2003 (HomePage: www.hna.de)

Huskies Playoffs gegen Köln

3:2-Sieg gegen Augsburg bringt Kasseler Eishockeymannschaft Einzug in das Viertelfinale

Es steht 3:1: Doug Derraugh, Brent Peterson, Mikael Wahlberg, Stepane Robitaille
 und Pat Mikesch (von links) bejubeln Wahlbergs Treffer.              FOTO: FISCHER


KASSEL. Geschafft! Im letzten Spiel der Punkterunde haben die Kassel Huskies alles klar gemacht und sich den Einzug in die Playoffs der Deutschen Eishockey-Liga gesichert.

Die Mannschaft von Trai­ner Gunnar Leidborg besiegte gestern Abend vor 5000 Zu­schauern in der Kasseler Eis­sporthalle die Augsburger Panther mit 3:2 (3:1, 0:1, 0:0) und trifft nun im Playoff-Vier­telfinale auf die Kölner Haie.

Gegen Augsburg fanden die Huskies schnell die Erfolgs­spur und lagen bereits nach 14 Minuten mit 3:1 in Führung. Valenti, Nedved und Wahlberg hatten bei einem Gegentreffer von McCosh den klaren Vor­sprung herausgeschossen. Im zweiten Drittel wurde die Par­tie jedoch wieder spannend, denn Augsburg verkürzte durch Pierre-Claude Drouin auf 2:3. Im Schlussdrittel kämpften die Huskies um je­den Zentimeter Eis, ließen kei­nen Gegentreffer mehr zu und feierten den Einzug in die Playoffs mit ihren Fans.

 

DEL-HomePage: www.del.org
Sonntag, 09.03.2003

52. Spieltag: Hamburg und Kassel lösen letzte Play-off-Tickets

Iserlohn verpasst Viertelfinale trotz Sieg - Auftakt am Mittwoch

Die Hamburg Freezers haben im Finale um den letzten Play-off-Platz in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die Nerven behalten und den Viertelfinaleinzug quasi in letzter Minute perfekt gemacht. Durch ein 4:3 (1:1, 1:2, 1:0, 1:0) nach Penaltyschießen bei den Frankfurt Lions behaupteten die Hanseaten am 52. und letzten Spieltag Platz acht knapp vor den Iserlohn Roosters, denen ein 8:1 (3:0, 3:1, 2:0)-Kantersieg gegen die Krefeld Pinguine nicht mehr zum ersten Einzug ins DEL-Viertelfinale reichte.

Die Qualifikation für die Play-offs perfekt machten auch die Kassel Huskies, die sich durch einen 3:2 (3:1, 0:1, 0:0)-Heimerfolg gegen die Augsburger Panther Platz sieben sicherten. Auf Rang drei beendeten die DEG Metro Stars nach dem 6:5 (3:1, 1:3, 1:1, 1:0) nach Penaltyschießen bei den Schwenninger Wild Wings die Hauptrunde. Mit dem vierten Platz musste sich Vizemeister Adler Mannheim nach der 0:4 (0:1, 0:3, 0:0)-Niederlage bei den Nürnberg Ice Tigers begnügen. Nur noch statistischen Wert hatten die 3:5 (2:2, 1:0, 0:3)-Niederlage von Vorrundenprimus Eisbären Berlin beim Neuling ERC Ingolstadt sowie der 5:2 (0:0, 4:2, 1:0)-Erfolg des Titelverteidigers Kölner Haie gegen die Hannover Scorpions.

Im Play-off-Viertelfinale, das am kommenden Mittwoch beginnt und nach dem Modus „best of seven“ ausgespielt wird, trifft Tabellenführer Berlin auf Hamburg. Meister Köln muss sich mit den Kassel Huskies, dem Ex-Klub seines Trainers Hans Zach, auseinandersetzen. Die DEG bekommt es im rheinischen Derby mit Krefeld zu tun, Mannheim hat erneut Nürnberg zum Gegner.

Vor fast 5.000 Zuschauern in der überfüllten Eishalle am Seilersee boten die Iserlohner eine ihrer besten Saisonleistungen. Steve Washburn (7.), Jörgen Eriksson (11.), Andrej Pdkonicky (13.), Jeff Dessner (30.), Doug Ast (30.) und Chris Lipsett (33.) schossen eine 6:0-Führung heraus, dabei fielen fünf Tore in Überzahlsituationen. Für die restlos enttäuschenden Krefelder, die bereits am Freitag ihr Play-off-Ticket gelöst hatten, traf lediglich Patrik Augusta (39.). Die Pinguine verloren zudem Verteidiger Sergej Stas und Trainer Butch Goring durch Spieldauerdisziplinarstrafen.

In Frankfurt sahen 5.600 Zuschauer eine nervöse Hamburger Mannschaft, die durch Jesse Belanger (5.) und Jeff Tory (30.) zweimal einen Rückstand ausglich. Nachdem Jonas Stöpfgeshoff (31.) erneut zur Führung für die Gastgeber getroffen hatte, schoss Ted Drury drei Minuten vor der Schluss-Sirene zum 3:3 ein, sicherte den Hamburgern damit die Play-off Teilnahme und zerstörte gleichzeitig die Träume der Roosters. Das Siegtor für Hamburg durch Bob Lachance hatte nur noch statistischen Wert.

In Kassel sicherten Sven Valenti (1.), Zdenek Nedved (9.) und Mikael Wahlberg (14.) den achten Viertelfinaleinzug der Huskies seit 1995.

 

HNA und HNA-Online vom Sonntag, 09.03.2003 (HomePage: www.hna.de)
Von Frank Ziemke

Heute um alles oder nichts

 

Konzentriert an die letzte Aufgabe herangehen: Andi Loth (links), Brent Peterson und die Huskies
wollen heute gegen Augsburg den nötigen Punkt zum Erreichen der Playoffs einfahren. FOTO: FISCHER

 

Drittes Endspiel gegen die Panther

Nach der Niederlage gegen Krefeld benötigen die Huskies heute einen Punkt für die Playoffs


KASSEL. Es geht um alles oder nichts. Um den Fortgang der Saison. Um einen Platz in den Playoffs. Nicht zuletzt auch um jede Menge Kohle. Wenn die Kassel Huskies heute um 19 Uhr die Augsburger Pan­ther empfangen, dann bestrei­ten sie das dritte Endspiel in einer Woche. Und nach den vergebenen Matchbällen in Iserlohn und Krefeld ist eines klar: Im letzten Spiel der Vor­runde müssen Kassels Eis­hockey‑Spieler einen Punkt einfahren, um Platz acht zu si­chern und das angestrebte Saisonziel nicht zu gefährden.

Das alles gegen eine Mann­schaft, für die es um nichts mehr geht. Müsste doch zu schaffen sein, oder? Tobias Ab­streiter warnt: „Das sind ge­nau die Spiele, in denen es ganz schwer werden kann. Augsburg spielt locker auf. Die muss man erst einmal schlagen.“ Der Kapitän selbst wird wahrscheinlich nicht mit an Bord sein, obwohl er Glück im Unglück hatte. Die Verletzung vom Freitag war kein Bruch, sondern eine Prellung im Brust‑ und Schlüsselbeinbereich. „Ich bin unglücklich getroffen worden und habe da­nach überhaupt keine Luft mehr bekommen.“ So schil­dert Abstreiter den Check in der zehnten Minute, der für ihn das frühe Aus bedeutete.

Für die dezimierten Hus­kies gab es beim 1:3 so keine Punkte, aber Lob vom Gegner. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gegen ein sehr gutes Team gewonnen“, meinte Kre­felds Butch Goring. Das war im berauschenden Gefühl, es geschafft zu haben, vielleicht etwas zu viel des Guten. Doch immerhin: Die Kasseler hatten sich teuer verkauft. Anders als zuletzt in Hamburg und Iserlohn.


Abstreiter im Glück: Nur eine Prellung

Gunnar Leidborg meinte deshalb enttäuscht: „Wir ha­ben alles gegeben, alles ver­sucht, aber nichts gewonnen.“ Warum das so war? „Weil bei Krefeld die Schüsse an die Latte gingen und dann ins Tor sprangen, bei uns aber an die Latte und wieder hinaus.“

Sie hatten in der Tat viel Pech an diesem Freitagabend in der Rheinlandhalle, der mit einer langen Diskussion be­gann, weil Artjom Kostyrew zwar auf der Bank saß, jedoch nicht auf dem Spielberichts­bogen stand. Schiedsrichter Aumüller schickte Kassels Stürmer deshalb in die Kabi­ne. Das war sicher der am leichtesten zu verkraftende Rückschlag. Es folgten ein weiterer durch Dycks glück­liches 1:0 nach 59 Sekunden. Es gab zig Schüsse, die ihren Weg einfach nicht ins Gehäu­se finden wollten, dafür aber Ehrhoffs abgefälschten Ham­mer zum 2:1, als die Huskies nach Mikeschs Ausgleich ge­rade wieder ins Spiel gefun­den hatten.

Und natürlich die personel­len Engpässe. „Am Schluss hat man gemerkt, dass Krefeld einfach stärker besetzt war“, sagt Leidborg. Auch Abstrei­ter warb um Verständnis: „Uns fehlten vier Spieler. Wir hatten nur noch fünf Verteidiger. So ist es unheimlich schwer, noch einmal zurückzukommen.“

Auch beim erneut torlosen Überzahlspiel machte sich das Verletzungspech bemerkbar. Hier hatten die Huskies unter der Woche nämlich neue Varia­nten geübt ‑ mit Abstreiter an der blauen Linie! In der Pra­xis konnten sie es nicht mehr probieren. Zumindest bleibt aber die Hoffnung, dass sich die Tests in den Playoffs gegen die Eisbären oder Köln aus­zahlen. Davor steht heute nur die Partie gegen Augsburg um alles oder nichts.

 

Hintergrund: Die Huskies...

...WERDEN SIEBTER, wenn sie gegen Augsburg mindes­tens einen Punkt mehr holen als Hamburg in Frankfurt. Verlieren die Freezers, ge­nügt ein Zähler, um wieder auf Rang sieben zu klettern und gegen Köln zu spielen.

...WERDEN ACHTER, wenn Hamburg genau so viele oder mehr Punkte holt als die Huskies. Platz acht, und damit das Duell mit Berlin, ist sogar im Fall einer Nie­derlage möglich - dann darf Iserlohn aber keine drei Punkte gegen Krefeld holen.

...WERDEN NEUNTER, wenn Iserlohn drei Punkte holt, Kassel keinen. Das Torver­hältnis entscheidet dann.

 

 

Vor dem ersten Bully

Heute, 19 Uhr, Eissporthalle Kassel

Personal: Wahrscheinlich oh­ne vier müssen die Gastgeber in die entscheidende Partie gehen. Neben Cherbayev und Wright fehlen wohl auch Ste­phan Retzer und Tobias Ab­streiter.

Aufstellung: Viele Möglichkei­ten gibt es nicht. Fünf Vertei­diger und eventuell nur drei Mittelstürmer - da wird Leid­borg so beginnen lassen, wie er in Krefeld aufgehört hat.

Formbarometer: An Pat Mikesch konnten sich in Kre­feld alle ein Beispiel nehmen. Der Stürmer rackerte uner­müdlich und war an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Auch Peterson und Wahl­berg zeigten gute Form.
Personal: Ex-Hai Chernomaz kam als Naud-Nachfolger nach 20 Spielen. Damals waren die Panther Elfter. Heute, bei seinem letzten Einsatz vor dem Wechsel nach Frankfurt, sind sie Elfter. Fendt, Arendt, Strakhov und Barta haben ih­re Verträge verlängert, auch Oravec und Lukes werden wohl bleiben. Auf Abwehr-Ass Armstrong hoffen die Schwa­ben, die Nürnbergs Guillet gern zurück holen wollen.

Aufstellung: Bouchard und Delisle fehlen wegen Kno­chenbrüchen.

Formbarometer: Armstrong und Carter sind die Trümpfe der letzten Wochen neben Topscorer Drouin.
Bisherige Duelle: Seit dem gemeinsamen Aufstieg 1994 haben Huskies und Panther 31 Mal die Klingen gekreuzt. 17 Mal ge­wannen die Kasseler, allein elf der 15 Heimspiele.